Wiesbaden scheitert mit Cannabis-Verkauf über Apotheken an Bundesbehörden

Hilma Pergande
Hilma Pergande
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Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer Cannabis-Pflanze mit den Worten "Cannabis Sativa" darunter.Hilma Pergande

Wiesbaden scheitert mit Cannabis-Verkauf über Apotheken an Bundesbehörden

Wiesbadens Plan zur Erforschung des regulierten Cannabis-Verkaufs über Apotheken in der Nähe wird von Bundesbehörden blockiert

Die Stadt erwägt nun rechtliche Schritte, nachdem das Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) das Projekt "Legalis" abgelehnt hat. Vertreter der Stadt kritisieren, dass die Entscheidung Bemühungen untergräbt, einen sicheren und kontrollierten Zugang zu Cannabis in der Nähe zu schaffen.

Ziel des "Legalis"-Projekts war es, zu testen, ob Apotheken Cannabis in einem überwachten System abgeben könnten. Wiesbaden wollte dabei Daten sammeln, Risiken bewerten und unter legalen Bedingungen praktische Erfahrungen gewinnen. Doch das BLE stoppte die Initiative mit Verweis auf rechtliche Unklarheiten.

Die Gesundheitsdezernentin Milena Löbcke kritisierte den Schritt scharf und bezeichnete die aktuellen Regelungen – etwa den Eigenanbau und Cannabis-Clubs – als unpraktikabel. Ohne legale Vertriebswege drohe eine Ausweitung des Schwarzmarkts, warnte sie. Zudem äußerte Löbcke die Sorge, dass private Rezepte für Cannabis weiter eingeschränkt werden könnten.

Erste Studien zur teilweisen Legalisierung in Ländern wie Kanada und einigen US-Bundesstaaten zeigen gemischte Ergebnisse. Zwar stieg der Konsum unter Jugendlichen in Regionen wie Colorado und Kanada leicht an, doch umfassendere Untersuchungen – darunter eine 2024 im JAMA Pediatrics veröffentlichte Studie – fanden keinen signifikanten Gesamtanstieg. In Deutschland blieb der Cannabiskonsum bei Jugendlichen vor 2024 stabil oder ging sogar leicht zurück.

Wiesbadens Vorstoß für das Projekt spiegelt eine breitere Unzufriedenheit mit der Bundespolitik wider. Die Stadt besteht darauf, dass eine Legalisierung auch praktikable Bezugswege erfordere. Die Ablehnung könnte nun zu einem juristischen Konflikt zwischen kommunalen und nationalen Behörden führen.

Die Entscheidung des BLE stoppt die Forschung in Wiesbaden vorerst. Ohne legale Vertriebsmodelle fürchten Beamte, dass der Schwarzmarkt weiter florieren wird. Der Streit deutet zudem auf tiefere Spannungen hin, wie Städte und der Bund die Cannabis-Regulierung künftig gestalten sollten.

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