Handelskrieg zwischen EU und USA eskaliert – deutsche Exporte brechen 2025 um 9,3 Prozent ein
Handelskrieg zwischen EU und USA eskaliert – deutsche Exporte brechen 2025 um 9,3 Prozent ein
Die Spannungen zwischen der EU und den USA im Handelsstreit haben sich in den letzten Monaten weiter verschärft. Eine Reihe von Zöllen und juristischen Auseinandersetzungen sorgt für Verunsicherung an den Märkten, während die deutschen Exporte in die USA im Jahr 2025 stark eingebrochen sind. Unterdessen sendeten die europäischen Börsen am Dienstag gemischte Signale, da Anleger auf die anhaltende Unsicherheit reagierten.
Die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA verschlechterten sich zwischen November 2025 und Februar 2026 deutlich. Die deutschen Exporte in die USA gingen 2025 unter der Zollpolitik von Präsident Trump um 9,3 Prozent zurück. Im Dezember 2025 setzte die EU ein im Juli 2025 geschlossenes Zollabkommen aus, nachdem die USA neue Maßnahmen ergriffen hatten. Am 20. Februar 2026 erklärte der Oberste Gerichtshof der USA dann die nach dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verhängten Zölle für verfassungswidrig. Statt die Spannungen zu entschärfen, reagierte Trump mit der Einführung eines neuen globalen Zolls von 15 Prozent am 24. Februar 2026 – gestützt auf Paragraf 122 des Trade Act von 1974. Keine der beiden Seiten unternahm Schritte zur Deeskalation, sodass die EU nach alternativen Handelsabkommen suchte, während die USA weitere Zölle vorantrieben.
Am Dienstag spiegelten die europäischen Märkte die Unsicherheit wider. Bis zur Mittagszeit erholte sich der DAX leicht und näherte sich wieder dem Stand vom Montag. Gegen 12:30 Uhr lag er bei 24.975 Punkten – ein minimaler Rückgang von 0,1 Prozent gegenüber dem vorherigen Schlusskurs. Von den 40 im DAX gelisteten Unternehmen notierten 22 im Plus. Dennoch blieb das Anlegervertrauen angesichts des Handelskonflikts mit den USA und schwacher Quartalsergebnisse zweier Großkonzerne brüchig.
Die Aktien von MTU Aero Engines und Fresenius Medical Care fielen, nachdem beide Unternehmen ihre Jahresprognosen nach unten korrigiert hatten. MTU meldete zudem steigende Kosten, die die Margen und den freien Cashflow belasten. Neben den Handelsspannungen setzten auch die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten und Herausforderungen in der Softwarebranche – insbesondere durch Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz – die Märkte weiter unter Druck. Dennoch entwickelten sich Versorger- und Automobilwerte positiv, während Rückversicherungsaktien weiterhin gefragt waren.
Der Euro gab am Dienstag leicht nach und notierte am Nachmittag bei 1,1783 US-Dollar. Da im Handelsstreit zwischen der EU und den USA keine Lösung in Sicht ist, dürften die Märkte vorerst volatil bleiben. Anleger beobachten weiterhin sowohl die Wirtschaftspolitik als auch die Unternehmensperformance auf Anzeichen für Stabilität.
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