Gießen gedenkt 83 Jahre nach der Deportation nach Auschwitz
Gießen gedenkt 83 Jahre nach der Deportation nach Auschwitz
Gedenkveranstaltung für 15 Sinti und jüdische Bürger Giessens, die 1943 nach Auschwitz deportiert wurden
Am 16. März 2026 findet in Gießen eine Gedenkfeier statt, die an die 15 Sinti und jüdischen Einwohner der Stadt erinnert, die 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurden. Die Veranstaltung markiert den 83. Jahrestag ihrer gewaltsamen Deportation während der NS-Zeit und beginnt um 17:00 Uhr in der Hermann-Levi-Halle im Gießener Rathaus.
Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher wird die Feier mit einer Begrüßungsrede eröffnen und im Anschluss die Namen der Deportierten verlesen, um ihr Andenken wachzuhalten. Danach führen Benjamin Weiß von der katholischen Kirche und Dr. Gabriel Brand von der evangelischen Kirche Gebete für die Opfer.
Als Redner wird Rinaldo Strauß, Vertreter des Landesverbandes Hessischer Sinti und Roma, einen Hauptvortrag halten. Sein Beitrag unter dem Titel "Erinnerung an den Völkermord: Zwischen Gedächtnis und Verantwortung" setzt sich mit den historischen Verbrechen und deren bis heute nachwirkenden Folgen auseinander. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von Georgi Kalaidjiev, Janika Epe, Marco Konrad und Sabine Schmidt.
Im Anschluss an die Gedenkfeier versammeln sich die Teilnehmer am Mahnmal für alle Opfer und Verfolgten des NS-Regimes am Berliner Platz, um Blumen niederzulegen – als Zeichen des Respekts für die Sinti und jüdischen Mitbürger, die einst Teil der Gießener Gemeinschaft waren.
Die Veranstaltung dient nicht nur als öffentliche Erinnerung an die 1943 aus Gießen deportierten Opfer, sondern lenkt auch den Blick auf die fortlaufenden Bemühungen, ihr Leben anhand lokaler Archive und nationaler Unterlagen zu dokumentieren und zu würdigen. Die Feier und die anschließende Kranzniederlegung bieten Raum für Reflexion und Solidarität.
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