Finanzkollaps droht: Landkreis Groß-Gerau und Rüsselsheim kämpfen um ihre Zukunft

Esther Schüler
Esther Schüler
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Ein Diagramm, das die Medicaid-Ausgabenänderungen unter dem Better Care Reconciliation Act im Vergleich zum CBO Extended Baseline zeigt, unterteilt in Abschnitte mit der Beschriftung "Medicaid-Ausgaben" und "Better Care Reconciliation Act", mit einer Legende, die jeden Abschnitt erklärt.Esther Schüler

Finanzkollaps droht: Landkreis Groß-Gerau und Rüsselsheim kämpfen um ihre Zukunft

Die finanziellen Belastungen im Landkreis Groß-Gerau nehmen immer weiter zu: Jahre steigender Defizite haben die Haushalte an den Rand des Kollapses gebracht. Besonders belastend wirkt das Kreis-Krankenhaus Groß-Gerau, das jährlich Verluste von 8 bis 15 Millionen Euro verzeichnet und die ohnehin angespannte Lage der Kommunalverwaltung weiter verschärft. Auch die benachbarte Stadt Rüsselsheim am Main steht vor einer eigenen Krise – drohende Insolvenz, sofern nicht schnell gehandelt wird.

In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Haushaltsdefizite im Landkreis Groß-Gerau stetig erhöht. Lag das Minus 2021 noch bei 12 Millionen Euro, war es bis 2025 auf 28 Millionen Euro angewachsen – mehr als eine Verdopplung. Im Mittelpunkt der Probleme steht das Kreis-Krankenhaus Groß-Gerau, dessen hohe Betriebskosten und Personalmangel die chronischen Verluste antreiben. Um die Finanzen zu stabilisieren, wurden 2024 Zusammenschlüsse mit benachbarten Krankenhäusern vorgenommen, die Bettenzahl von 450 auf 350 reduziert und eine stärkere Unterstützung durch das Land beantragt.

Unterdessen steckt Rüsselsheim am Main in einer beispiellosen finanziellen Zwickmühle. Die Stadt betreibt seit zwei Jahrzehnten ihr eigenes Krankenhaus ohne Subventionen, muss aber dennoch jährlich über eine Million Euro für die Verluste des Kreiskrankenhauses aufbringen. Diese Belastung macht mehr als ein Fünftel des Kreisumlagsatzes aus und setzt die kommunalen Finanzen massiv unter Druck. Bürgermeister und Kämmerer prüfen nun rechtliche Schritte, um die Finanzierungsregelung anzufechten.

Das Kreiskrankenhaus selbst schreibt weiterhin jährliche Verluste von 5 bis 6 Millionen Euro. Selbst zusätzliche Einnahmen durch Wahlleistungen – etwa 400.000 Euro – können die Kosten nicht decken. Der Bürgermeister fordert die Kreisverantwortlichen auf, die Zukunft des Krankenhauses neu zu bewerten und ihre Pflichten gegenüber den Bürgern im gesamten Landkreis Groß-Gerau in den Vordergrund zu stellen.

Angesichts steigender Defizite und wachsender Insolvenzrisiken müssen sowohl der Landkreis Groß-Gerau als auch Rüsselsheim am Main die tief verwurzelten finanziellen Herausforderungen angehen. Während das Kreis-Krankenhaus Groß-Gerau strukturelle Lösungen für seine anhaltenden Verluste benötigt, suchen Rüsselsheims Verantwortliche nach rechtlicher Klarheit bei den Finanzierungspflichten. Die Entscheidungen der kommenden Zeit werden die öffentlichen Dienstleistungen und die finanzielle Stabilität der Region nachhaltig prägen.

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