Hanau gedenkt vier Jahre nach dem rechtsextremen Anschlag mit Forderungen nach Konsequenzen
Hanau gedenkt vier Jahre nach dem rechtsextremen Anschlag mit Forderungen nach Konsequenzen
Heute findet eine Gedenkveranstaltung statt, um der neun Opfer des rechtsextremen Anschlags in Hanau vom 19. Februar 2020 zu gedenken. Die unter dem Motto 'Hanau - Kein Einzelfall' stehende Kundgebung erinnert auch an Ibrahim Akkus, einen Überlebenden, der im Januar an seinen Verletzungen starb. Redner werden auf die anhaltenden Probleme von Rassismus und institutionellen Versäumnissen im Zusammenhang mit der Tragödie eingehen.
Die Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr mit einer Eröffnungsrede von Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. Anschließend wird Sascha Schmidt, Sprecher der Kundgebung, über Opfer rechtsextremer Gewalt in ganz Hessen sprechen. Schmidt fordert die offizielle Anerkennung aller solchen Opfer im Land seit 1945, darunter sieben Fälle, die bisher nicht anerkannt wurden.
Gleichzeitig wird der hessische Landtag in Wiesbaden eine stille Gedenkminute abhalten. Aktivisten, darunter Regina Sagel von 'Omas gegen Rechts', fordern verpflichtende Antirassismus-Schulungen für öffentliche Einrichtungen, Polizei und Gerichte. Elke Gerriets, eine weitere Aktivistin der Gruppe, drängt auf tiefere Untersuchungen zum Hanau-Anschlag und fragt, warum die Polizeinotrufleitung versagte und warum ein Notausgang verschlossen war.
Seit 2020 wurden in Deutschland laut Bundeslageberichten bis 2025 rund 12.000 Menschen offiziell als Opfer rechtsextremer Gewalt anerkannt. Besonders betroffen sind ostdeutsche Bundesländer wie Sachsen, Thüringen und Brandenburg, in denen überproportional viele solche Angriffe verzeichnet wurden.
Die Veranstaltung unterstreicht die anhaltenden Folgen des Hanau-Anschlags und das übergeordnete Problem rechtsextremer Gewalt in Deutschland. Forderungen nach institutionellen Reformen und weiteren Ermittlungen bleiben zentral für die Angehörigen der Opfer und Aktivisten. Die Gedenkveranstaltung dient sowohl als Ehrung als auch als Mahnung für mehr Verantwortung.
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