30 March 2026, 10:12

Massive Proteste in Bonn und Köln fordern mehr Schutz vor sexualisierter Gewalt

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße, hält ein 'Solidarität und Feminismus'-Schild, mit parkenden Fahrzeugen, Gebäuden, einer Schöppelantenne und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Massive Proteste in Bonn und Köln fordern mehr Schutz vor sexualisierter Gewalt

Hunderte Demonstranten versammelten sich am Sonntag in Bonn, um strengere Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt zu fordern. Die Kundgebung folgte einer größeren Demonstration in Köln am Vortag, an der über 5.000 Menschen für dieselbe Sache auf die Straße gegangen waren. Beide Veranstaltungen spiegeln die wachsende öffentliche Empörung im Rheinland über das Thema wider.

Bei der Protestaktion im Bonner Stadtzentrum versammelten sich mehr als 500 Menschen vor dem alten Rathaus am Marktplatz. Organisiert von einem Bündnis lokaler Parteien – Grünen, CDU, SPD und Volt – stieß die Veranstaltung auf breite Unterstützung.

Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, nutzte die Bühne, um die jüngsten Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz zur Gewalt scharf zu kritisieren. Sein Appell für strengere Gesetze zum Schutz von Frauen wurde mit lautem Applaus bedacht. Auch CDU-Politikerinnen der Frauen-Union der Partei sprachen sich für bessere Schutzmaßnahmen aus, doch ihre Worte fanden weniger Widerhall.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Alle Redner der Kundgebung betonten, wie wichtig es sei, dass Männer Verantwortung übernehmen und frauenfeindliche Einstellungen hinterfragen. Die Demonstrationen finden im Rahmen einer bundesweiten Debatte über digitale Gewalt statt, die durch eine Spiegel-Untersuchung zu den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, ausgelöst wurde.

Das Thema hat bereits zu bundespolitischen Initiativen geführt, darunter ein Gesetzentwurf für elektronische Fußfesseln für gewalttätige Ex-Partner sowie ein Entwurf zur Strafbarkeit nicht konsensual verbreiteter Nacktaufnahmen und Deepfakes. Justizminister Hubig setzt sich für schärfere Strafen in solchen Fällen ein.

Die Proteste in Bonn und Köln unterstreichen die wachsende Forderung nach rechtlichen und gesellschaftlichen Veränderungen. Bundesweite Maßnahmen werden derzeit geprüft, wobei lautere Stimmen nach konsequenterer Ahndung digitaler und physischer Gewalt verlangen. Der öffentliche Druck zeigt keine Anzeichen einer Entspannung.

Quelle