Wiesbaden: Arbeitnehmer zahlen 43 Prozent Steuern – Millionäre nur 25
Hilma PergandeWiesbaden: Arbeitnehmer zahlen 43 Prozent Steuern – Millionäre nur 25
Neuer Bericht deckt eklatantes Steuerungleichgewicht in Wiesbaden auf: Arbeitnehmer zahlen deutlich mehr als Vermögende
Ein aktueller Bericht zeigt ein krasses Steuergefälle in Wiesbaden auf, wo arbeitende Familien deutlich höhere Abgaben leisten als Wohlhabende. Die Gewerkschaftsführer der Stadt fordern nun dringend Reformen, um die sich verschärfende soziale Ungleichheit zu bekämpfen. Zu ihren Kernforderungen zählen Änderungen bei der Erbschaftsteuer, der Vermögensbesteuerung sowie der Besteuerung verheirateter Paare.
In Wiesbaden zahlt ein durchschnittliches Paar 43 Prozent seines Einkommens an Steuern und Sozialabgaben. Kapitalerträge – etwa Gewinne aus Aktien oder Immobilien – werden dagegen oft pauschal mit nur 25 Prozent besteuert. Diese Diskrepanz stößt bei Arbeitnehmervertretern auf scharfe Kritik: Löhne und Gehälter würden im Vergleich zu Kapitaleinkünften ungleich stärker belastet.
Die Stadt zählt 154 Einkommensmillionäre, denen 151.200 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte gegenüberstehen – statistisch kommt damit auf 982 Arbeitnehmer ein Millionär. Gleichzeitig machen Steuern auf Erbschaften und bestehendes Vermögen lediglich 1,1 Prozent der Gesamteinnahmen aus – ein Wert, den die Gewerkschaften als viel zu niedrig bewerten.
Hendrik Hallier, Geschäftsführer der NGG Rhein-Main, warnt, das aktuelle System vertiefe die sozialen Gräben. Die Gewerkschaft pocht darauf, Vermögenssteuern und höhere Abgaben für Spitzenverdiener neu zu diskutieren – statt sie als Tabuthema zu behandeln. Zudem fordert sie die Abschaffung des Ehegattensplittings, das Frauen von der Erwerbstätigkeit abhalte und veraltete Rollenbilder zementiere.
Ziel der Vorschläge ist es, die Steuerlast stärker auf Kapital und geerbtes Vermögen zu verlagern. Würden die Reformen umgesetzt, sänke die Belastung für Arbeitnehmer, während die höchsten Einkommen in Wiesbaden mehr beitragen müssten. Die Gewerkschaften betonen, die Änderungen seien notwendig, um eine weitere wirtschaftliche Schieflage in der Stadt zu verhindern.






