06 April 2026, 22:10

Wie ARD und ZDF mit persönlichen Geschichten junge Zuschauer zurückgewinnen wollen

Schwarze-weiße Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Schlagzeile 'Weitpreubliche Zeitung' und einem Foto von Menschen in traditioneller deutscher Tracht, die feiern.

Wie ARD und ZDF mit persönlichen Geschichten junge Zuschauer zurückgewinnen wollen

ARD und ZDF experimentieren mit neuen Reportageformaten, um jüngere Zuschauer zu gewinnen

Eine aktuelle Studie der Otto-Brenner-Stiftung hat fünf dieser Formate analysiert, die persönliches Storytelling mit klassischem Journalismus verbinden. Damit brechen die öffentlich-rechtlichen Sender bewusst mit traditionellen Idealen von Objektivität und Distanz.

Im Fokus der Untersuchung stehen die Formate VOLLBILD, exactly, Ultraviolett stories, Crisis – Hinter der Front und PULS Reportage. Hier rücken Reporter:innen selbst ins Zentrum der Erzählungen – ein Ansatz, der emotionale Nähe schaffen soll, aber auch Fragen nach der ausbalancierten Berichterstattung aufwirft.

Die neuen Serien setzen auf eine ich-perspektivische, emotional geprägte Erzählweise. Journalisten agieren nicht mehr nur als Beobachter, sondern als aktive Gestalter, die ihre eigenen Erlebnisse in den Mittelpunkt stellen. Besonders junge Zuschauer reagieren positiv: Sie empfinden die Formate als nahbar und glaubwürdig.

Doch die Studie zeigt auch Herausforderungen auf. Einige Serien entwickeln kaum ein eigenes Profil und wiederholen oft Themen oder Blickwinkel. Dominiert die Stimme der Reporter:innen zu stark, gerät das eigentliche Sujet in den Hintergrund. Zudem deuten erste Trends darauf hin, dass jüngere Zielgruppen allzu selbstbezogene Erzählformen langsam überdrüssig werden.

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Für die öffentlich-rechtlichen Sender wird es nun zum Balanceakt: Sie müssen Authentizität wahren, ohne in Selbstbezogenheit abzurutschen. Die Kunst liegt darin, persönliche Zugänge packend zu gestalten, ohne journalistische Sorgfalt und Tiefe zu vernachlässigen.

Die Erkenntnisse der Otto-Brenner-Stiftung spiegeln einen Medienwandel wider. Die Sender passen sich den Vorlieben jüngerer Generationen an – doch die Gefahren von Überdruss und inhaltlicher Verwässerung bleiben. Wie sich diese Formate weiterentwickeln, wird entscheiden, ob sie Aufmerksamkeit binden können, ohne zentrale journalistische Werte zu opfern.

Quelle