Warum eine Berliner Jet-Tankstelle seit Jahren mit Leberwurst-Anrufen kämpft
Carmine WeißWarum eine Berliner Jet-Tankstelle seit Jahren mit Leberwurst-Anrufen kämpft
Eine Jet-Tankstelle in Berlin-Kreuzberg ist zum unwahrscheinlichen Zentrum eines langjährigen Scherzes geworden. Seit Jahren rufen Kunden an, um zu fragen, ob die Tankstelle Leberwurst verkauft – eine Frage, die einst als Streich begann, sich seitdem aber verselbstständigt hat. Mittlerweile behandeln die Mitarbeiter sie wie einen Insider-Witz, auch wenn nicht jeder den Spaß teilt.
Der Trend begann 2017, als in einer Bewertung der Filiale an der Kreuzberger Straße ein Anruf wegen Leberwurst erwähnt wurde. Seither taucht die Frage immer wieder auf, und das Personal spielt mit. Praktikanten wurden schon auf Scheinaufträge geschickt, um "die Leberwurst zu regeln", während die Angestellten lachen, sobald das Telefon erneut mit der gleichen Anfrage klingelt.
Ein eingerahmter Ausdruck der ursprünglichen Bewertung hängt mittlerweile im Pausenraum – aus dem Scherz ist eine kleine Tradition geworden. Irgendwann griff jedoch die Filialleitung ein und warnte die Mitarbeiter, den Ulk einzustellen, da er zunehmend störend wirke. Trotzdem hält sich die Frage hartnäckig, und Anrufer erhalten nach wie vor die gleiche trockene Antwort: "Nein, haben wir nicht."
Öffentlich ist nicht bekannt, wie die Belegschaft den Spaß wirklich empfindet oder wie er sich auf den Arbeitsalltag auswirkt. Die Tankstellenleitung hat sich nicht weiter dazu geäußert.
Der Leberwurst-Streich bleibt eine skurrile Fußnote im Tagesgeschäft der Station. Während einige Mitarbeiter den Humor genießen, wurden andere angewiesen, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Vorerst ist der Scherz ein kleines, aber beständiges Element im Leben der Jet-Tankstelle in Kreuzberg.






