17 March 2026, 02:09

UniCredit bietet 35 Milliarden Euro für Commerzbank – und löst Markt-Turbulenzen aus

Liniendiagramm, das die Wertminderungen von Aktien für Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

UniCredit bietet 35 Milliarden Euro für Commerzbank – und löst Markt-Turbulenzen aus

Ein Übernahmeangebot der UniCredit für die Commerzbank im Volumen von 35 Milliarden Euro dominierte am Montag die deutschen Märkte. Das Angebot von 30,80 Euro pro Aktie trieb den Commerzbank-Kurs im frühen Handel um fast 10 Prozent nach oben. Derweil stieg der DAX um 0,53 Prozent, während Anleger die möglichen Auswirkungen des Deals abwogen.

Die UniCredit kündigte offiziell ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle ausstehenden Commerzbank-Aktien an. Das Angebot, strukturiert als 0,485 neue UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie, bewertet das deutsche Geldinstitut mit rund 35 Milliarden Euro. Analysten sehen darin einen strategischen Schachzug des UniCredit-Chefs Andrea Orcel, um Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Die deutsche Bundesregierung äußerte sich umgehend ablehnend: Bundeskanzler Friedrich Merz betonte die Notwendigkeit einer "starken und unabhängigen Commerzbank". Da der Staat etwa 12 Prozent der Commerzbank-Anteile hält, lehnte er das Angebot wiederholt ab und weigerte sich, seinen Anteil zu verkaufen. Auch die Gewerkschaft Verdi und der Betriebsrat der Commerzbank verurteilten den Vorstoß.

Regulatorische Hürden scheinen überwunden: Die Europäische Zentralbank hatte bereits im März 2025 grünes Licht für eine Erhöhung von UniCredits Beteiligung auf fast 30 Prozent gegeben. Das Bundeskartellamt, die deutsche Wettbewerbsbehörde, blockierte die Transaktion ebenfalls nicht. Dennoch bleibt der politische Widerstand hart, ohne Anzeichen für konkrete regulatorische Eingriffe.

An anderen Marktsegmenten belasteten schwankende Ölpreise zyklische Aktien und Reiseunternehmen. Die Papiere von Lufthansa und TUI gaben nach und zogen den Sektor nach unten. Bayer legte dagegen dank positiver Studiendaten zu, während Siemens Energy Kursgewinne verzeichnete. Der DAX notierte jedoch weiterhin etwa 4,5 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt – seine weitere Richtung hängt maßgeblich davon ab, wie die Commerzbank-Aktionäre auf das UniCredit-Angebot reagieren.

Das formelle Übernahmeangebot wird für Mai erwartet, wobei die kurzfristige Performance des DAX eng mit dem Ausgang verknüpft sein dürfte. Eine wichtige Unterstützungsmarke bei rund 22.900 Punkten wird für die Marktstabilität entscheidend sein. Der Vorstand der Commerzbank und ihre Großaktionäre stehen nun vor einer Entscheidung, die die deutsche Bankenlandschaft nachhaltig prägen könnte.

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