17 March 2026, 10:11

Gießen gedenkt der Wolgadeutschen Republik zum 100. Jahrestag ihrer Gründung

Plakat für das sinfonische Konzert von Gustav Mahler in München, Deutschland, mit Text in der Mitte.

Gießen gedenkt der Wolgadeutschen Republik zum 100. Jahrestag ihrer Gründung

Gedenkveranstaltung in Gießen markiert 100. Jahrestag der Wolgadeutschen Republik

Ein besonderes Ereignis in Gießen erinnerte an den 100. Jahrestag der Gründung der Wolgadeutschen Republik. Organisiert von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und der Interessengemeinschaft der Deutschen aus Russland in Hessen, bot die Veranstaltung Musik, Vorträge und Lyrik. Zu den Gästen zählten der ehemalige hessische Ministerpräsident Volker Bouffier sowie die Landtagspräsidentin Annette Wetekam.

Den Auftakt bildeten Auftritte zweier Chöre. "Heimatklang" präsentierte traditionelle Stücke wie Hopsapolka, Schön ist die Jugend und Olga von der Wolga. Anschließend betrat der Chor "Harmonie" die Bühne und führte die neu komponierte "Karawane" auf, ein Werk ihres Dirigenten Rudolf Felde.

Ein historischer Vortrag mit dem Titel "Stalins blühender Garten" beleuchtete Aufstieg und Untergang der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen. Die 1924 gegründete Region zählte einst 1,8 Millionen Einwohner, darunter rund 700.000 mit deutschen Wurzeln. Dank fruchtbarer Schwarzerde gedieh die Landwirtschaft, und die frühe Sowjetpolitik förderte ethnische Autonomie. Doch als Stalins Regime die Verbindungen der Wolgadeutschen zum nationalsozialistischen Deutschland zunehmend als Bedrohung wahrnahm, folgte 1941 ihre Zwangsdeportation.

Den Abschluss bildeten Lesungen von Gedichten wolga-deutscher Autoren, die das kulturelle Erbe der Republik widerspiegelten.

Die Jubiläumsveranstaltung würdigte die Geschichte und Traditionen der Wolgadeutschen. Durch Musik, Vorträge und Lyrik gedachten die Teilnehmer einer Gemeinschaft, die einst blühte, bevor sie gewaltsam zerschlagen wurde. Gleichzeitig unterstrich die Feier die anhaltenden Bemühungen, dieses Erbe in Hessen zu bewahren.

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