07 April 2026, 06:11

Revolutionäre Kühltechnik könnte Rechenzentren bis zu 90 Prozent effizienter machen

Eine Reihe von Servern in einem gut beleuchteten, ordentlichen Rechenzentrum.

Revolutionäre Kühltechnik könnte Rechenzentren bis zu 90 Prozent effizienter machen

Rechenzentren in Europa stehen unter wachsendem Druck, ihren Energie- und Wasserverbrauch zu senken, während die Nachfrage nach Computerleistung rasant steigt. Herkömmliche Kühlmethoden dominieren zwar noch immer, doch strengere EU-Vorgaben und der steigende Strombedarf zwingen Betreiber, nach umweltfreundlicheren Alternativen zu suchen. Eine vielversprechende Lösung ist die zweiphasige Immersionkühlung (2-PIC), die den Verbrauch um bis zu 90 Prozent reduzieren und gleichzeitig Platz sparen könnte.

Die meisten Rechenzentren setzen derzeit auf Luft- und Wasserkühlung, die etwa 40 Prozent ihres Gesamtenergiebedarfs verschlingt. Durch den Boom von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen steigt die Nachfrage weiter – Schätzungen zufolge könnte sich der Stromverbrauch dieser Einrichtungen innerhalb von drei Jahren verdoppeln. Allein in Deutschland wird erwartet, dass der Energiebedarf der Server zwischen 2015 und 2025 um über 60 Prozent ansteigt.

Die EU hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Effizienz zu verbessern: Die Energieeffizienzrichtlinie verpflichtet Betreiber nun, jährlich Umwelt- und Energiedaten zu veröffentlichen. Das deutsche Energieeffizienzgesetz (EnEfG) geht noch weiter und setzt strenge Einsparziele für Rechenzentren. Dennoch nutzen viele noch immer fluorierte Treibhausgase (F-Gase), die die EU wegen ihrer klimaschädlichen Wirkung schrittweise verbieten will.

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2-PIC könnte hier einen Durchbruch bringen. Durch das Eintauchen der Server in ein spezielles Kühlmittel lässt sich der Wasser- und Energieverbrauch für die Kühlung um bis zu 90 Prozent senken. Zudem verringert die Technologie den Platzbedarf von Rechenzentren um bis zu 60 Prozent – ein entscheidender Vorteil für dicht besiedelte Städte wie Frankfurt. Bei flächendeckender Einführung könnte das Verfahren bis 2055 weltweit 340 Terawattstunden (TWh) einsparen.

Fachleute betonen, dass klarere, wissenschaftlich fundierte Politiken den Umstieg auf 2-PIC beschleunigen könnten. Ohne abgestimmte Maßnahmen droht die Branche jedoch, ihre Nachhaltigkeitsziele zu verfehlen – trotz des großen Potenzials der Technologie.

Der Druck auf grüne Rechenzentren wächst, doch herkömmliche Kühlsysteme sind nach wie vor fest verankert. Angesichts verschärfter EU-Regeln und steigender Energiebedarfe bietet 2-PIC eine praktikable Lösung – vorausgesetzt, Politik und Betreiber arbeiten zusammen, um die Hindernisse bei der Einführung zu überwinden. Die Effizienzgewinne dieser Technologie könnten eine Schlüsselrolle dabei spielen, langfristige Klimaziele zu erreichen.

Quelle