Renteneintrittsalter soll steigen – wer besonders betroffen ist
Die deutsche Regierung plant, das Renteneintrittsalter für alle Arbeitnehmer anzuheben. Besonders betroffen wären davon Menschen ohne Hochschulabschluss. Bundeskanzler Friedrich Merz argumentiert, das aktuelle System sei für bestimmte Gruppen ungerecht.
Derzeit gehen alle Arbeitnehmer in Deutschland mit 67 Jahren in Rente, mit geringfügigen Ausnahmen für ältere Jahrgänge. Die Rentenkommission hat vorgeschlagen, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Bis 2041 müssten Arbeitnehmer bis 67,5 Jahre arbeiten, und bis 2051 würde das Alter auf 68 Jahre steigen.
Die Kommission lehnte den Vorschlag ab, das Renteneintrittsalter an die Beitragsjahre anzupassen – eine Regelung, die das System fairer gestaltet hätte. Kanzler Merz unterstützt die Auffassung, dass Menschen, die später ins Berufsleben einsteigen und weniger Jahre einbezahlt haben, nicht im gleichen Alter in Rente gehen sollten wie andere.
Nach den neuen Plänen würden Akademiker mit höherer Lebenserwartung nicht nur längere Zeit Rente beziehen, sondern auch höhere Bezüge erhalten. Arbeitnehmer in körperlich anstrengenden Berufen hätten dagegen Schwierigkeiten, bis zum neuen Renteneintrittsalter zu arbeiten. Sie müssten ein „individuelles Gesundheitsgutachten“ vorlegen, um vorzeitig in den Ruhestand gehen zu können.
Die geplanten Änderungen würden alle zwingen, länger zu arbeiten – mit den größten Auswirkungen auf Menschen ohne Hochschulabschluss. Für körperlich belastende Tätigkeiten könnten Sonderregelungen für einen früheren Rentenbeginn gelten. Das neue System würde Unterschiede in der Lebenserwartung und Berufsdauer berücksichtigen.
