Neue Bauordnung: Bundestag debattiert über beschleunigten Wohnungsbau und schärfere Kommunalrechte
Hilma PergandeNeue Bauordnung: Bundestag debattiert über beschleunigten Wohnungsbau und schärfere Kommunalrechte
Der Bundestag hat die Beratungen über eine überarbeitete Bauordnung aufgenommen, die den Wohnungsbau beschleunigen soll. Der Entwurf sieht weitreichende Änderungen der Planungs- und Baubestimmungen vor. Abgeordnete verschiedener Parteien haben bereits sowohl Bedenken als auch Unterstützung für die geplanten Maßnahmen geäußert.
Die novellierte Bauordnung zielt darauf ab, Umweltprüfungen und Beteiligungsverfahren zu vereinfachen. Zudem sollen Planungs- und Genehmigungsprozesse digitalisiert und beschleunigt werden. Hauptziel ist es, Wohnungsbauprojekte vorrangig zu behandeln und gegenüber anderen Interessen zu priorisieren.
Kommunen erhielten durch den Entwurf neue Befugnisse, darunter Instrumente zur Bekämpfung von sogenannten Slum-Immobilien – etwa Enteignungen bei schwerwiegenden Missständen.
Kritik kommt aus verschiedenen Lagern. Marc Bernhard von der rechtspopulistischen AfD monierte, die Reform senke die Baukosten nicht ausreichend. Kassem Taher Saleh von den Grünen warf dem Entwurf vor, er schwäche den Umweltschutz und Nachhaltigkeitsstandards. Katalin Gennburg von der Linken lehnte den „Bauen, bauen, bauen“-Ansatz ab und verwies auf die Klimakrise. Sie forderte stattdessen Mietpreisbremse und die Umnutzung von Leerständen, um den Wohnungsmangel zu bekämpfen.
Der Entwurf der Bauordnung sieht Maßnahmen vor, um Baugenehmigungen zu beschleunigen und Gemeinden mehr Handlungsspielraum bei vernachlässigten Immobilien zu geben. Die parlamentarischen Debatten zeigen tiefe Gräben bei der Einschätzung der Auswirkungen auf Kosten, Umwelt und Wohnungspolitik.
