Palforzia wird eingestellt: Was Erdnussallergiker jetzt wissen müssen
Hilma PergandePalforzia wird eingestellt: Was Erdnussallergiker jetzt wissen müssen
Palforzia, das erste zugelassene Medikament zur Erdnussallergie-Desensibilisierung, wird ab dem 31. Juli 2023 nicht mehr vertrieben. Der Hersteller Stallergenes Greer bestätigte den Rückzug vom Markt, betonte jedoch, dass die Entscheidung nicht auf Sicherheitsbedenken zurückzuführen sei. Patienten, die das Präparat derzeit anwenden, werden noch für mehrere Jahre Zugang zu bestimmten Dosierungen haben.
Die Marktrücknahme erfolgt nach einer Bewertung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). In seiner Prüfung kam der G-BA zu dem Schluss, dass Palforzia im Vergleich zur bloßen Überwachung von Patienten ohne Behandlung keinen nachgewiesenen Zusatznutzen bietet. Bereits im Februar 2022 hatte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) infrage gestellt, ob das Medikament die entscheidenden Behandlungsergebnisse für Erdnussallergiker verbessert.
Um den Übergang zu erleichtern, haben Aufsichtsbehörden und Gesundheitseinrichtungen eine verlängerte Verfügbarkeit der bestehenden Bestände festgelegt. Das Starterset für die schrittweise Dosissteigerung bleibt bis zum 31. März 2026 erhältlich. Patienten, die sich in der Aufdosierungsphase (Stufen 1 bis 11) befinden, können die Behandlung bis Ende 2026 fortsetzen. Die 300-mg-Erhaltungsdosis wird am längsten verfügbar sein – der Zugang ist bis März 2027 gesichert.
Stallergenes Greer hat zugesagt, während der Auslaufphase alle regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Das Unternehmen wird mit dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB), der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zusammenarbeiten, um einen reibungslosen Prozess für betroffene Patienten zu gewährleisten.
Der Rückzug von Palforzia bedeutet das Ende der ersten zugelassenen Therapie zur Desensibilisierung bei Erdnussallergien. Zwar werden keine neuen Patienten mehr mit der Behandlung beginnen, doch bestehende Anwender können sie innerhalb der verlängerten Fristen weiterführen. Behörden und Hersteller stimmen sich ab, um die Auswirkungen auf die Betroffenen so gering wie möglich zu halten.






