Offenbachs Gastronomie: 1,38 Millionen unbezahlte Überstunden im letzten Jahr
Tilly HörleOffenbachs Gastronomie: 1,38 Millionen unbezahlte Überstunden im letzten Jahr
Beschäftigte in Offenbachs Gastronomie leisteten im vergangenen Jahr 1,38 Millionen unbezahlte Überstunden
Arbeitnehmer:innen in der Offenbacher Gastronomiebranche verzeichneten im letzten Jahr erschreckende 1,38 Millionen zusätzliche Arbeitsstunden – davon blieben etwa 885.000 unbezahlt. Die Gewerkschaft NGG Rhein-Main warnt nun, dass der Sektor nicht länger auf unentgeltliche Arbeit angewiesen sein dürfe, um zu überleben.
Allein im Jahr 2023 leisteten Offenbachs Gastronomiebeschäftigte innerhalb der Branche 23.000 Überstunden, wovon 9.000 unbezahlt blieben. Hochgerechnet auf die gesamte Belegschaft summierten sich die unentgeltlichen Zusatzstunden auf 885.000. Bei Mindestlohn entspricht diese unbezahlt geleistete Arbeit einem Verlust von rund 12,74 Millionen Euro für die Beschäftigten.
Die NGG-Gewerkschaft macht auf die wachsende Belastung der Arbeitnehmer:innen aufmerksam: 38 Prozent des Gastronomiepersonals in der Stadt sind derzeit in Minijobs beschäftigt – oft prekäre, schlecht bezahlte Teilzeitstellen ohne soziale Absicherung. Als Lösung fordert die Gewerkschaft höhere Löhne und schlägt ein Mindestgehalt von 3.000 Euro monatlich für ausgebildete Köch:innen und Fachkräfte vor.
Das Thema steht im November auf der Tagesordnung der NGG-Bundeskonferenz, zu der auch Bundeskanzler Olaf Scholz erwartet wird. Im Fokus der Diskussionen stehen der Fachkräftemangel und faire Löhne in der Branche.
Die Warnungen der NGG kommen zu einer Zeit, in der unbezahlt geleistete Überstunden weiter steigen und Arbeitnehmer:innen Millionen an entgangenem Einkommen kosten. Mit der geforderten Lohnerhöhung will die Gewerkschaft die Branche stabilisieren und qualifiziertes Personal gewinnen. Ohne Kurskorrektur drohen der Offenbacher Gastronomie jedoch noch größere Personal- und Finanzprobleme.






