Neue Ausstellung in Hilders beleuchtet 400 Jahre jüdisches Leben in der Rhön
Tilly HörleNeue Ausstellung in Hilders beleuchtet 400 Jahre jüdisches Leben in der Rhön
Neue Ausstellung zum jüdischen Museum in Hilders eröffnet – 400 Jahre jüdisches Leben in der Rhön
In Hilders ist eine neue Ausstellung zum jüdischen Museum eröffnet worden, die an 400 Jahre jüdisches Leben in der Rhön erinnert. Die unter dem Titel "400 Jahre jüdisches Leben in der Rhön" präsentierte Schau wurde vom Historiker Dr. Michael Imhof initiiert und ist bis März 2026 zu sehen. Zwei Standorte beherbergen die Ausstellung: die Mittelpunktschule in Hilders sowie die Hessische Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön.
Jahrhundertelang prägten jüdische Gemeinden das wirtschaftliche, soziale und politische Leben in der Rhön. Doch wie die Forschungen von Dr. Imhof zeigen, sahen sich diese Gemeinschaften später schweren Repressionen und Verfolgungen während der NS-Zeit ausgesetzt. Die Ausstellung möchte dieses vielschichtige Erbe bewahren und seine Lehren für kommende Generationen wachhalten.
Schülerinnen und Schüler spielten eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung der Ausstellung – sie halfen bei der Materialrecherche und der Gestaltung der Präsentationen. Ihr Engagement unterstreicht die Bedeutung, junge Menschen in die historische Erinnerungskultur einzubinden. Gleichzeitig äußerten lokale Politiker deutliche Unterstützung für das Projekt. Sebastian Müller, Mitglied des Hessischen Landtags, betonte, wie wichtig es sei, das Gedenken an das jüdische Museum – und die Verbrechen der NS-Zeit – lebendig zu halten.
Am 26. Februar wird Dr. Imhof zwei Vorträge mit dem Titel "Gegen das Vergessen: Jüdisches Leben in der Rhön" halten. Der erste findet um 19:00 Uhr in der Hessischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön statt, der zweite bereits am Nachmittag desselben Tages in der Mittelpunktschule Hilders. Beide Veranstaltungen werden musikalisch begleitet von Jana Hengstler von der Jüdischen Gemeinde Fulda; der Eintritt ist für alle Besucher frei.
Ausstellung und Vorträge bleiben bis Ende März 2026 zugänglich. Durch die Verbindung von historischer Forschung, Schülerbeteiligung und öffentlichen Veranstaltungen soll das Projekt das Verständnis für das jüdische Erbe der Rhön vertiefen. Die Organisatoren hoffen, dass die Initiative zu einer breiteren Auseinandersetzung mit der Regionalgeschichte anregt.
Frühere Ausstellung löst Community-Engagement aus
Die Ausstellung '400 Jahre Juden in der Rhön' war zuvor von Ende August bis Mitte September 2025 in Hilders zu sehen. In dieser früheren Phase:
- hielt Dr. Imhof einen einführenden Vortrag, an dem die israelischen Nachkommen Ofra und Shimon Givon teilnahmen.
- erzählte Ofra Givon persönliche Geschichten über ihre in Fulda ansässige Familie, einschließlich der Ausbildung ihrer Mutter an der Marianum-Schule.
- wurde das jüdische Leben vor der NS-Ära und die Auswanderungsmuster nach Israel in den Mittelpunkt gestellt, wodurch der historische Rahmen der Ausstellung bereichert wurde.