30 April 2026, 02:13

Machtkampf im Handwerk: ZDH und ZVK liefern sich erbitterten Streit um Reformen und Finanzen

Mercedes-Benz A-Klasse Limousine auf der IAA in Frankfurt präsentiert, mit glänzender schwarzer Lackierung, Chromakzenten, sportlichem Niederprofil-Design, geräumigem Lederinnenraum, markanter Kühlergrill und Aluminiumrädern.

Machtkampf im Handwerk: ZDH und ZVK liefern sich erbitterten Streit um Reformen und Finanzen

Die Spannungen zwischen dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und dem Zentralverband der Deutschen Handwerksinnungen (ZVK) haben sich seit der Einführung umfassender Reformen im Januar 2023 weiter zugespitzt. Die Änderungen, die mehr Transparenz schaffen und die Realitäten der Branche besser abbilden sollen, haben Vorwürfe des ZVK ausgelöst, wonach es sich um gezielte Sabotage handele.

Die Reformen stellen einen radikalen Bruch mit früheren Gepflogenheiten dar. Bisher waren ZDH und ZVK in den Führungsgremien personell eng verflochten, doch die neuen Satzungen erzwingen nun eine strikte institutionelle Trennung. Künftig soll nur noch ein Mitglied aus der Handwerksführung kommen – statt der bisher drei garantierten Sitze und eines Vizepräsidiums, die dem ZVK vorbehalten waren. Personalentscheidungen werden stattdessen von der Mitgliederversammlung getroffen, in der über geeignete Kandidaten abgestimmt wird.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Im Oktober 2025 forderte der ZVK 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDH ein – ein Schritt, den ZDH-Präsident Jürgen Peckruhn als Versuch bezeichnete, den Verband "auszuhungern". Der ZDH konterte mit einer neuen Beitragsstruktur: Jede organisierte Werkstatt muss künftig jährlich 100 Euro an die Bonner Zentrale zahlen. Zudem schaffen die Reformen direkte Wege für Betriebe, dem ZDH beizutreten, ohne die traditionellen Innungsstrukturen durchlaufen zu müssen.

Der ZDH wirft dem ZVK vor, bewusst eine Krise herbeigeführt zu haben, um eine Spaltung zu erzwingen. Als Reaktion plant die Organisation, ihr Engagement in den betroffenen Regionen zu verstärken, um zu verhindern, dass Innungen und Betriebe organisatorisch ins Abseits geraten.

Die satzungsgemäßen Änderungen verändern die Arbeitsweise des ZDH grundlegend: Die Bindungen zum ZVK werden gekappt, die finanzielle Kontrolle verschiebt sich. Für Werkstätten ergeben sich klarere Wege zur Mitgliedschaft, während der ZDH seine Kontrolle über die Governance festigt. Der Streit lässt die Zukunft der handwerklichen Interessenvertretung in Deutschland ungewiss erscheinen – beide Seiten bereiten sich auf einen längeren Machtkampf vor.

Quelle