30 April 2026, 06:11

Apotheken kämpfen mit Verlusten bei Gesundheitsleistungen trotz Millionenförderung

Apothekeneingang mit einem "Apotheke"-Schild auf der linken Seite, einer Tafel mit Text auf der rechten Seite, beleuchteten Lampen oben und Hintergrundobjekten.

Apotheken kämpfen mit Verlusten bei Gesundheitsleistungen trotz Millionenförderung

Eine neue Studie zeigt, dass viele deutsche Apotheken mit wichtigen Gesundheitsleistungen kaum Gewinne erzielen können. Obwohl sie über die nötigen Kompetenzen verfügen, um vergütete pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) anzubieten, machen die meisten aufgrund niedriger Vergütungssätze Verluste. Die Ergebnisse werfen Fragen zur Zukunft dieser Programme auf, die trotz eines Fördervolumens von 537 Millionen Euro kaum genutzt werden.

Die von der Freien Apothekerschaft in Auftrag gegebene Untersuchung ergab, dass nur etwa jede dritte Apotheke bei Bluthochdruck-Risikobewertungen kostendeckend arbeitet. Pro Untersuchung erhalten die Apotheken netto 11,20 Euro – dennoch schreiben mehr als die Hälfte von ihnen bei dieser Leistung rote Zahlen. Neben der unzureichenden Vergütung belasten Personalmangel, hoher bürokratischer Aufwand, strenge räumliche Vorgaben und Spannungen mit anderen Gesundheitsberufen die Situation zusätzlich.

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Die Nachfrage nach pDL-Leistungen bleibt schwach, selbst wenn immer mehr Apotheken versuchen, sie abzurechnen. Gesundheitsministerin Nina Warken schlug kürzlich vor, nicht genutzte pDL-Mittel in die allgemeine Apothekenförderung umzuschichten. Die Studie warnt jedoch, dass ein solcher Schritt die langfristige Struktur dieser Dienstleistungen gefährden könnte.

Der Deutsche Apothekerverband fordert höhere Vergütungssätze für pDL-Leistungen, um ihre Zukunft zu sichern. Ohne Änderungen befürchten Experten, dass Apotheken ihr Angebot einschränken oder ganz einstellen könnten.

Die Untersuchung verdeutlicht die Diskrepanz zwischen Förderung und tatsächlichen Kosten der pDL-Leistungen. Bleibt die Vergütung auf dem aktuellen Niveau, werden Apotheken weiterhin Verluste bei wichtigen Gesundheitschecks machen. Die bereitgestellten 537 Millionen Euro für diese Programme könnten weitgehend ungenutzt bleiben, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Quelle