Insolvenzverfahren gegen Hülya-Iri-Verein wegen mutmaßlicher Veruntreuung öffentlicher Gelder
Tilly HörleInsolvenzverfahren gegen Hülya-Iri-Verein wegen mutmaßlicher Veruntreuung öffentlicher Gelder
Das Amtsgericht Hannover hat ein Insolvenzverfahren gegen einen Verein eingeleitet, der mit Hülya Iri in Verbindung steht, der ehemaligen stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD in Hannover. Ihr wird vorgeworfen, öffentliche Gelder für Integrationsprojekte veruntreut zu haben. In den Fall ist auch ihre Tochter Esma Bozdemir verwickelt, die ebenfalls Parteiämter innehatte und den Verein leitete.
Der Verein, der mit dem Projekt „Respekt Café Kronsberg – Hannover“ verbunden ist, erhielt 2023 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) 924.479 Euro. Bis Juni desselben Jahres waren davon bereits fast 740.000 Euro ausgegeben worden – doch es konnten keine nachweisbaren Projekte abgeschlossen werden. Die Ermittler prüfen nun, ob öffentliche Mittel für den Erwerb von Immobilien zweckentfremdet wurden.
Iris Bezüge aus dem Verein stiegen stark an: von 1.000 Euro im Jahr 2022 auf 7.680 Euro im Jahr 2023. Gemeinsam mit ihrer Tochter erhielten sie mindestens 685.000 Euro an Gehältern. Doris Schröder-Köpf, die ehemalige Ehefrau von Altkanzler Gerhard Schröder, hatte sich zuvor für Iri eingesetzt.
Bedenken wegen des mutmaßlichen Missbrauchs waren bereits im Dezember 2022 aufgekommen. Adis Ahmetović, der stellvertretende SPD-Landesvorsitzende in Niedersachsen, war damals über die Vorwürfe informiert worden.
Mit dem Insolvenzantrag des Gerichts wird nun ein formeller Schritt zur Aufklärung der finanziellen Unregelmäßigkeiten eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft untersucht weiterhin den Geldfluss und die Ausgaben des Vereins. Im Mittelpunkt des Falls stehen der Vorwurf der Veruntreuung öffentlicher Gelder sowie die Rolle von Iri und ihrer Tochter.
