21 April 2026, 00:17

Hessen startet Programm für schnelleren Wohnraum nach Frauenhaus-Aufenthalten

Schwarzes und weißes Foto einer Gruppe von Frauen, die auf den Stufen eines Gebäudes sitzen, mit einer Wand und einer Tür im Hintergrund und Text unten.

Hessen startet Programm für schnelleren Wohnraum nach Frauenhaus-Aufenthalten

Neues Programm in Hessen: Schnellere Wohnungsvermittlung für Frauen aus Frauenhäusern

Ein neues Vorhaben in Hessen soll Frauen, die Frauenhäuser verlassen, schneller den Weg in stabiles Wohnen ebnen. Das Programm "Wohnen nach dem Frauenhaus" wurde ins Leben gerufen, nachdem im Jahr 2023 allein in der Region über 9.000 Frauen von häuslicher Gewalt betroffen waren. Wie Behörden mitteilen, verbringen viele Betroffene derzeit monatelang in Notunterkünften – mangels bezahlbarer Alternativen.

Vertreterinnen und Vertreter des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, des Hessischen Ministeriums für Wohnen, des Verbandes südwestdeutscher Wohnungsunternehmen (VdW Südwest) sowie kommunale Spitzenverbände unterzeichneten eine Vereinbarung zur formalen Verankerung der Initiative. Die Nassauische Heimstätte, ein großer Wohnungsanbieter in der Region, hat zugesagt, bis 2028 jährlich 10 bis 15 Wohnungen für betroffene Frauen bereitzustellen.

Im Mittelpunkt des Programms stehen geförderte Wohnungen mit einer Miet- und Belegungsbindung von zehn Jahren. Die Mieten werden reduziert, und Frauen im Übergang aus Frauenhäusern erhalten Vorrang. Für den Erwerb von Mietrechten sind bis 2026 mindestens 16 Millionen Euro vorgesehen.

Dr. Axel Tausendpfund, Vorstandsmitglied des VdW Südwest, bezeichnete das Programm als "Brücke vom Frauenhaus in ein stabiles Leben". Dr. Michael Koch, Hauptgeschäftsführer des Hessischen Landkreistags, ergänzte, es gehe gezielt gegen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Frauen aus Schutzunterkünften vor. Der Erfolg hänge jedoch von einer engen Zusammenarbeit zwischen Wohnungsanbietern, Land und Sozialministerium ab.

Laut dem Sozialmonitor verbringen derzeit rund 20 Prozent der Frauen in Frauenhäusern länger als sechs Monate in den Einrichtungen. Das neue Programm soll diese Aufenthalte verkürzen und dringend benötigte Plätze freimachen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Den Betroffenen wird damit ein strukturierter Weg aus der Notunterkunft in ein dauerhaftes Zuhause geboten. Mit gesicherten Finanzmitteln und Wohnungszusagen rechnen die Verantwortlichen mit weniger Verzögerungen bei der Suche nach sicherem und bezahlbarem Wohnraum. Die ersten Wohnungen sollen in den kommenden Jahren zur Verfügung stehen.

Quelle