Hessen prüft umstrittenen Rotationserlass für Polizei nach jahrelanger Kritik
Tilly HörleHessen prüft umstrittenen Rotationserlass für Polizei nach jahrelanger Kritik
Die hessische Polizeigewerkschaft DPolG lehnt seit Langem den umstrittenen Rotationserlass des Landes ab. Nun hat Innenminister Dr. Roman Poseck eine Überprüfung der Regelung angekündigt. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Bjoern Werminghaus, hatte das Dekret wiederholt wegen seiner negativen Auswirkungen auf die Polizeiarbeit und die Motivation der Beamten kritisiert.
Der Rotationserlass geht auf eine Empfehlung einer zwölfköpfigen Expertenkommission zurück, die 2018 eingesetzt worden war. Unter der Leitung von Prof. Dr. Heinrich Roth bestand die Gruppe aus Bildungswissenschaftlern, Schulleitern und Psychologen. Ihre Vorschläge stützten sich auf Studien wie PISA, die eine hohe Schülerfluktuation aufzeigten, sowie auf Daten hessischer Schulen, die weniger Störungen nachwiesen, wenn Klassenwechsel begrenzt wurden.
Die DPolG Hessen hatte sich von Anfang an gegen den Erlass ausgesprochen. Werminghaus argumentiert, dass er eine fundierte Ausbildung erschwere und die Fähigkeit der Beamten untergrabe, im täglichen Einsatz die Kontrolle zu behalten. Zudem verweist er auf wachsende Unzufriedenheit in den Reihen der Polizei und warnt davor, dass durch die häufigen Versetzungen wertvolle Erfahrung verloren gehe.
Kürzlich führte die Junge Polizei Gespräche mit Nachwuchspolitikern der Gewerkschaft, an denen auch Poseck teilnahm. Bei dem Treffen erkannte der Minister die Bedenken an und sagte zu, den Erlass erneut zu prüfen. Die DPolG Hessen begrüßte diese Entscheidung als Schritt zur Lösung der langjährigen Probleme.
Die Überprüfung könnte zu Änderungen bei der Handhabung der Polizeirotationen in Hessen führen. Eine angepasste Regelung könnte künftig die operativen Erfordernisse besser mit der Ausbildung und Erfahrung der Beamten in Einklang bringen. Das Ergebnis hängt von weiteren Gesprächen zwischen dem Ministerium und den Polizeivertretern ab.






