22 March 2026, 02:08

Flughafen Kassel: 250 Millionen Subventionen – und kaum Passagiere in Sicht

Luftaufnahme eines Flughafens mit Gebäuden, Straßen, Bäumen und Wasser sowie einem Hauch von Rauch am Boden.

Flughafen Kassel: 250 Millionen Subventionen – und kaum Passagiere in Sicht

Flughafen Kassel kämpft seit Eröffnung 2013 mit finanziellen Problemen

Für 270 Millionen Euro erbaut, verzeichnet der Flughafen heute jährliche Verluste von rund fünf Millionen Euro, die sich das Land Hessen und die umliegenden Landkreise teilen. Trotz der anfänglichen Hoffnung, Nordhessen an das europäische Luftverkehrsnetz anzubinden, gelang es nicht, dauerhaft Airlines für den Standort zu gewinnen.

Mit ehrgeizigen Zielen ging der Flughafen an den Start: 324.000 Passagiere und 1.700 Tonnen Fracht sollten im ersten Jahr abgefertigt werden. Die Realität blieb weit dahinter zurück. 2024 wurden nur 82.953 Passagiere gezählt – im Schnitt gerade einmal 7,1 pro Flug – sowie zehn Tonnen Fracht. Die Zahlen des Vorjahres fielen noch schlechter aus: Lediglich 30.000 Passagiere nutzten den Flughafen, ein Rückgang um 64 Prozent im Vergleich zu früheren Werten.

Versuche, regelmäßige Flugverbindungen zu etablieren, scheiterten immer wieder. Ein 2025 geschlossener Deal mit Fischer Air für Urlaubsflüge platzte, nachdem fragwürdige Geschäftspraktiken des Unternehmens bekannt wurden. Im Sommer 2026 waren nur noch vier wöchentliche Flüge geplant. Airlines meiden Kassel seit Langem – begründet mit dem geringen Einzugsgebiet und der Konkurrenz durch nahegelegene Drehkreuze wie Frankfurt.

Seit 2013 stützt sich der Flughafen auf Subventionen in Höhe von 250 Millionen Euro. Während andere Regionalflughäfen wie Hahn oder Hannover florieren – in Hannover stiegen die Passagierzahlen leicht, die Frachtmenge kletterte von 3.628 auf 21.874 Tonnen –, bleibt Kassel ein nahezu leeres Flugfeld. Der Großteil der Aktivitäten entfällt auf die Allgemeine Luftfahrt, doch der Status als Verkehrsflughafen treibt die Kosten in die Höhe.

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Die öffentliche Meinung in der Region ist tief gespalten. In sozialen Medien wird hitzig darüber diskutiert, ob der Flughafen weiter finanziert oder umgenutzt werden soll. Die Grünen schlagen vor, ihn zu einem reinen Standort für die Allgemeine Luftfahrt herabzustufen, um die Ausgaben drastisch zu senken.

Die Zukunft des Flughafens Kassel bleibt ungewiss. Ohne tragfähiges Geschäftsmodell belastet er weiterhin die öffentlichen Haushalte. Die Region steht nun vor der Entscheidung, ob sie am kommerziellen Status festhält – oder sich mit einer kleineren Rolle im Luftverkehr abfindet.

Quelle