17 March 2026, 08:10

Finanzämter jagen Steuerhinterzieher unter Influencern mit neuen Kontrollen

Logo des Instituts für Sozial- und Wirtschaftsforschung (SESRI) auf weißem Hintergrund, mit Text und Silhouetten von Menschen, die dessen Schwerpunkt auf sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Umfragen darstellen.

Finanzämter jagen Steuerhinterzieher unter Influencern mit neuen Kontrollen

Deutsche Finanzbehörden verschärfen Kontrollen: Influencer sollen ihren Steueranteil zahlen

Die Steuerbehörden in Deutschland gehen verstärkt gegen Steuerhinterziehung im Influencer-Bereich vor. Das Hessische Finanzministerium hat 75 Prüfer speziell für diesen wachsenden Sektor geschult. Die Beamten betonen, dass steuerliche Gleichbehandlung für alle gelte – unabhängig von Branche oder Bekanntheitsgrad.

Influencer stehen wegen der niedrigen Markteintrittshürden und vielfältigen Einnahmequellen besonders im Fokus. Viele verdienen steuerpflichtiges Geld durch Werbedeals oder kostenlose Produktzugaben, die sie versteuern müssen. Das hessische Finanzamt hat sie daher zur Priorität bei Steuerprüfungen erklärt.

Um die Überwachung zu verstärken, fordern die Behörden nun detaillierte Daten von Social-Media-Plattformen und Werbepartnern an. Hintergrund ist die Sorge, dass nicht deklarierte Einnahmen durch herkömmliche Kontrollen rutschen könnten. Bis Anfang 2026 werden mehrere Bundesländer – darunter Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg – ähnliche Maßnahmen einführen.

Dazu gehören systematische Datenanalysen zu Influencer-Einkünften, Meldepflichten für Plattformen wie Instagram und TikTok sowie KI-gestützte Abgleiche mit Steuererklärungen. Ziel ist es, Lücken zu schließen, durch die Einnahmen unentdeckt bleiben könnten.

Die verschärften Kontrollen sind Teil einer breiteren Initiative, die Steuererhebung für digitale Einkünfte zu modernisieren. Mit strengerer Überwachung und geschulten Prüfern wollen die Behörden die Steuercompliance in der Influencer-Wirtschaft sicherstellen. Die Änderungen treten in den beteiligten Ländern bis 2026 vollständig in Kraft.

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