31 March 2026, 12:15

EZB warnt vor Ölpreisschock: Inflation und Rezessionsrisiko durch Iran-Konflikt

Plakat mit der Aufschrift "Unter Präsident Bidens Inflation Reduction Act" in fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, unterteilt in zwei Abschnitte: Der obere Abschnitt erläutert die Auswirkungen des Gesetzes und der untere Abschnitt zeigt Visualisierungen in blauen und grünen Tönen.

EZB warnt vor Ölpreisschock: Inflation und Rezessionsrisiko durch Iran-Konflikt

Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt vor steigenden wirtschaftlichen Risiken, da die Ölpreise weit über die früheren Prognosen hinaus anziehen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde skizzierte einen dreistufigen Plan, um mögliche Energieschocks im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt zu bewältigen. Unterdessen rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) in seiner jüngsten globalen Konjunkturprognose mit höheren Preisen und einem schwächeren Wachstum.

Die Ölpreise sind seit den EZB-Prognosen vom März 2024 stark gestiegen. Damals lagen die Schätzungen für 2025 zwischen 55 und 80 US-Dollar pro Barrel. Nun bewegen sich die Prognosen für März 2026 zwischen 96 und 119 Dollar – getrieben durch den Iran-Krieg, eine Blockade der Straße von Hormus und die Freigabe von Notreserven. Diese Werte übertreffen selbst die ungünstigsten Szenarien der EZB und liegen nahe dem 95. Perzentil der erwarteten Preisspanne.

Im negativen Szenario der EZB wird erwartet, dass die Gesamtinflation auf etwa 4 Prozent steigt, dann aber schnell zurückgeht, ohne die Kerninflation nachhaltig zu beeinflussen. Ein schwerwiegenderer Schock könnte jedoch sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation für mehr als zwei Jahre über das Ziel hinaus treiben. In diesem Fall stünde der Euroraum vor einer leichten Rezession mit Stagnation bis 2026, gefolgt von einer langsamen Erholung erst gegen Ende 2028.

Lagardes Strategie umfasst drei zentrale Maßnahmen. Erstens könnte die EZB kurzfristige Energieschocks ignorieren, da politische Gegenmaßnahmen aufgrund von Verzögerungen in der Wirkung mehr Schaden als Nutzen anrichten könnten. Zweitens würde bei einer vorübergehenden, aber über dem Ziel liegenden Inflation eine abgestufte Anpassung der Geldpolitik folgen. Drittens wäre eine starke und nachhaltige Reaktion erforderlich, sollte die Inflation dauerhaft vom Ziel abweichen.

Philip Lane, Chefvolkswirt der EZB, verglich diesen Ansatz mit einem geordneten Probit-Modell. Er erläuterte, dass bei jeder Sitzung abgewogen werde, ob der Schock übergangen, moderat beantwortet oder entschlossen bekämpft werden solle.

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Die anstehenden IWF-Prognosen unterstreichen die Erwartung steigender Kosten und schwächeren Wachstums. Angesichts der Ölpreise, die sich den worst-case-Szenarien annähern, hängt das weitere Vorgehen der EZB davon ab, wie lange und wie stark die Inflation betroffen sein wird. Der wirtschaftliche Pfad des Euroraums wird nun sowohl von der Dauer des Konflikts als auch von der Reaktion der Zentralbank bestimmt.

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