Dokumentarfilm "Das deutsche Volk" zeigt Hanau-Opferfamilien im Kampf um Gerechtigkeit
Tilly HörleWird Rassismus immer noch nicht ernst genommen? - Dokumentarfilm "Das deutsche Volk" zeigt Hanau-Opferfamilien im Kampf um Gerechtigkeit
"Das deutsche Volk" – Ein neuer Dokumentarfilm über die Folgen des rassistischen Anschlags von Hanau
Ein neuer Dokumentarfilm mit dem Titel "Das deutsche Volk" untersucht die Nachwirkungen des Hanau-Anschlags von 2020, bei dem ein rechtsextremer Attentäter neun Menschen mit Migrationshintergrund ermordete. Der Film begleitet die Angehörigen der Opfer auf ihrem Weg nach Gerechtigkeit und stellt die Frage, ob die Tragödie hätte verhindert werden können.
Am 19. Februar 2020 erschoss ein Attentäter in Hanau an zwei Orten – in Kesselstadt und am Heumarkt – neun Menschen. Alle Opfer gehörten Migrantengemeinden an, und die rassistischen Motive des Täters wurden später bestätigt. Der Anschlag hinterließ Familien in tiefer Trauer, die sich bald in Wut und Frustration verwandelte, als sie sich mit dem Vorwurf konfrontiert sahen, die Behörden würden ihre Pflichten vernachlässigen.
Der polnische Dokumentarfilmer Marcin Wierzchowski begann kurz nach dem Anschlag mit den Dreharbeiten und begleitete die Angehörigen über fast fünf Jahre. Er hielt ihren Kampf um Aufklärung und Verantwortung fest. Viele Familienmitglieder kritisierten die Behörden scharf, weil diese die rassistische Dimension der Tat herunterspielten und frühere Warnsignale ignoriert hätten.
Der Film thematisiert zudem die gefährlichen Ideologien rassistischer Überlegenheit und ihre tödlichen Folgen. Seine Premiere feierte er bei der Berlinale 2025, wo er mit dem Hessischen Filmpreis ausgezeichnet wurde, bevor er auf 3sat ausgestrahlt wurde. Unterdessen schlossen sich die Angehörigen der Opfer zu einer Arbeitsgruppe zusammen, um strukturelle Veränderungen zu fordern und künftige Anschläge zu verhindern.
Der Dokumentarfilm lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf den Hanau-Anschlag und den anhaltenden Kampf der Familien um Gerechtigkeit. Ihr Engagement hat Versäumnisse bei der Bekämpfung rechtsextremer Gewalt durch die Behörden offengelegt. Der Film ist heute sowohl eine Hommage an die Opfer als auch ein dringender Appell für mehr Verantwortung.