Deutsche Bank startet 150-Millionen-Dollar-Initiative für afrikanische Märkte trotz Rückzug anderer Großbanken
Tilly HörleDeutsche Bank startet 150-Millionen-Dollar-Initiative für afrikanische Märkte trotz Rückzug anderer Großbanken
Die Deutsche Bank hat gemeinsam mit der British International Investment (BII) ein 150-Millionen-Dollar-Risikoteilungsprogramm gestartet, um den Handel in unterversorgten afrikanischen Märkten zu fördern. Im Fokus stehen Länder wie Sambia, Äthiopien und Ruanda, wo der Zugang zu Finanzmitteln weiterhin stark eingeschränkt ist.
Zudem gab die Bank personelle Veränderungen in ihrer Unternehmenssparte bekannt: Michael Diederich und Gerald Podobnik leiten nun gemeinsam das globale Firmenkundengeschäft.
Das neue Programm basiert auf einem unfundierten Risikobeteiligungsmodell. Die BII übernimmt dabei eine finanzielle Absicherung für lokale Partnerinstitute der Deutschen Bank und hilft so, Kreditrisiken zu verringern. Es handelt sich um die erste formelle Zusammenarbeit der beiden Organisationen.
Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der viele internationale Banken ihr Engagement in Afrika zurückfahren. In den vergangenen fünf Jahren haben mindestens zwölf große Geldinstitute – darunter Standard Chartered, Barclays, HSBC und Citibank – ihre Aktivitäten in Nigeria, Kenia, Südafrika und Ghana reduziert oder sich vollständig zurückgezogen. Die Afrikanische Entwicklungsbank schätzt, dass auf dem Kontinent jährlich eine Handelsfinanzierungslücke von 100 Milliarden Dollar besteht, wobei kleinere Volkswirtschaften am stärksten betroffen sind.
Innerhalb der Deutschen Bank wurde Gerald Podobnik zum Co-Leiter des globalen Firmenkundengeschäfts befördert und löst damit Ole Matthiessen ab. Er teilt sich die Position mit Michael Diederich, der die Sparte zuvor allein geführt hatte. Die Aktie der Bank notiert derzeit bei 25,80 Euro – rund 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.
Mit der 150-Millionen-Dollar-Initiative will die Deutsche Bank den Zugang zu Handelsfinanzierungen in weniger entwickelten afrikanischen Märkten verbessern. Durch die Risikoteilung mit der BII erhofft sich die Bank eine Ausweitung der Kreditvergabe in Regionen, die traditionell unter Kapitalknappheit leiden. Der Erfolg des Programms wird maßgeblich davon abhängen, wie effektiv die lokalen Partner die bereitgestellten finanziellen Mittel nutzen.