15 April 2026, 18:11

Berliner Gericht verurteilt homophobe Beleidigungen in der U-Bahn zu 1.200 Euro Strafe

Schwarzer Hintergrund mit fetter weißer Schrift, die den Text "Es gibt keinen Platz in Amerika für Hass" von Präsident Joe Biden enthält.

Berliner Gericht verurteilt homophobe Beleidigungen in der U-Bahn zu 1.200 Euro Strafe

Ein Berliner Gericht hat einen Mann wegen homophober Beleidigungen in öffentlichen Verkehrsmitteln zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt. Der Vorfall begann, als Michael W. den Besucher eines Schwulenclubs, Tibor P., wegen seines Äußeren mit abwertenden Bemerkungen attackierte. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die anhaltenden Probleme mit queerenfeindlichen Hassverbrechen in Deutschland, wo allein im vergangenen Jahr 2.048 solche Straftaten registriert wurden.

Die Auseinandersetzung ereignete sich in einer U-Bahn, nachdem Tibor P. einen Schwulenclub verlassen hatte. Michael W. starrte ihn zunächst an, bevor er dessen Lackschuhe mit beleidigenden Kommentaren verspottete. Als ein Umstehender eingriff und W. aufforderte, "den Mund zu halten", eskalierte die Situation.

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W. war bereits früher am Abend mit der Polizei aneinandergeraten, hatte Beamte beleidigt und sich deren Einschreiten widersetzte. Während des Prozesses bestritt er zwar körperliche Angriffe, gab aber die verbalen Beleidigungen zu. Später entschuldigte er sich vor Gericht mit den Worten: "Ich kann nicht erklären, was passiert ist. Aber ich möchte mich dafür entschuldigen."

Tibor P. nahm die Entschuldigung an und erwiderte: "Danke. Ich wäre froh, wenn Sie so etwas nie wieder tun würden." Die Richterin lobte den Einsatz des Umstehenden als Beispiel für Zivilcourage und betonte, dass W.s Äußerungen eindeutig homophob motiviert gewesen seien – sie hätten sich gegen die von ihm vermutete sexuelle Orientierung Tibor P.s gerichtet.

Das Gericht verurteilte Michael W. wegen Beleidigung und Bedrohung und verfügte, dass er die Strafe in 150 Tagessätzen abbezahlt. Das Urteil fällt in eine Zeit wachsender Besorgnis über steigende queerenfeindliche Hasskriminalität in Deutschland. Offizielle Statistiken verzeichnen über 2.000 solche Vorfälle im letzten Jahr.

Quelle