Barclays bewertet Commerzbank hoch und stuft Deutsche Bank herunter
Barclays passt Prognosen für zwei deutsche Großbanken an – Commerzbank aufgewertet, Deutsche Bank abgestuft
Die britische Großbank Barclays hat ihre Einschätzung zu zwei der größten deutschen Banken überarbeitet: Während die Commerzbank hochgestuft wurde, erhielt die Deutsche Bank eine Herabstufung. Die Anpassungen spiegeln veränderte Erwartungen an die Gewinnentwicklung und die wirtschaftliche Erholung in Deutschland wider.
Analysten bevorzugen nun die Commerzbank aufgrund ihrer stärkeren Dynamik und attraktiven Bewertung, während die Deutsche Bank mit kurzfristigen Herausforderungen und einem gesenkten Kursziel konfrontiert ist.
Die Barclays-Analystin Flora Bocahut hob die Einstufung der Commerzbank von "Neutral" auf "Übergewichten" an und erhöhte das Kursziel von 36 auf 42 Euro. Gleichzeitig wurden die Gewinnschätzungen für die Jahre 2026 bis 2028 um 2 bis 8 Prozent angehoben. Von den steigenden Euro-Swap-Sätzen dürfte insbesondere das Nettozinsergebnis der Bank profitieren – vor allem über ihr Replikationsportfolio im Volumen von 156 Milliarden Euro. Zudem bietet die bestehende Beteiligung der UniCredit an der Commerzbank eine implizite Absicherung gegen Kursrückgänge und stützt damit den Aktienkurs.
Demgegenüber wurde die Deutsche Bank von "Übergewichten" auf "Marktgewichten" herabgestuft, während das Kursziel von 39 auf 32 Euro reduziert wurde. Bocahut verwies auf nach unten korrigierte Gewinnprognosen, wodurch sich die Wachstumserwartungen weiter in die Zukunft verschieben. Barclays geht nun davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaft erst 2027 erholen wird – später als bisher angenommen –, was die kurzfristige Performance der Deutschen Bank belastet. Besonders schwach könnte das erste Quartal 2026 für die Bank ausfallen.
Zudem schränkt das erhöhte Engagement der Deutschen Bank im Bereich Privatkredite (Private Credit) die Aufwärtspotenziale für die Bewertung ein. Die Commerzbank hingegen wird mit etwa dem Neunfachen der erwarteten Gewinne der nächsten zwei Jahre gehandelt – und wirkt damit im Vergleich günstiger bewertet, bei gleichzeitig höherer Gewinnwachstumsdynamik.
Die Anpassungen von Barclays unterstreichen die zunehmende Divergenz in den Aussichten der beiden Banken: Während die Commerzbank von stärkeren Gewinnperspektiven und einer unterstützenden Aktionärsstruktur profitiert, sieht sich die Deutsche Bank mit verzögertem Wachstum und einer zurückhaltenderen Bewertung konfrontiert. Die Änderungen spiegeln dabei sowohl die allgemeine wirtschaftliche Lage als auch branchenspezifische Druckfaktoren wider.






