Aschura-Marsch in Berlin löst Empörung wegen Kinder-Inszenierung aus
Hilma PergandeAschura-Marsch in Berlin löst Empörung wegen Kinder-Inszenierung aus
Eine Demonstration in Berlin anlässlich des schiitischen religiösen Festes Aschura hat für Kontroversen gesorgt. Die bei extremer Hitze abgehaltene Veranstaltung umfasste eine Nachstellung mit Beteiligung von Kindern, die scharfe Kritik von Stadtvertretern auslöste.
Rund 600 Menschen versammelten sich zum „Aschura-Marsch“, einer Solidaritätskundgebung für unterdrückte Menschen weltweit. Der Tag erinnert an das Martyrium von Imam Hussein, einem Enkel des Propheten Mohammed, und wird im schiitischen Islam als Trauertag begangen.
Während der Veranstaltung wurden Kinder aneinandergebunden und mussten im Rahmen einer theatralischen Darstellung einem in Gelb gekleideten Mann folgen. Die Inszenierung, die die historische Entführung von Frauen und Kindern nachstellte, wurde von der zuständigen Einsatzleitung während eines Abstimmungsgesprächs mit den Organisatoren umgehend verboten. Der Veranstalter brach daraufhin die Szene mit den Kindern ab.
Die Temperaturen erreichten 40°C, wodurch mehrere Teilnehmer wegen hitzebedingter Kreislaufprobleme medizinisch versorgt werden mussten.
Berlins Innensenatorin Iris Spranger verurteilte die Einbindung von Kindern in die Nachstellung. Sie erklärte, dass es in einem Rechtsstaat inakzeptabel sei, Kinder bei Kundgebungen für politische Botschaften zu instrumentalisieren oder auszunutzen. Der Vorfall hat Bedenken hinsichtlich der Beteiligung von Minderjährigen an solchen Demonstrationen verstärkt.
