Apotheker attackiert Günther Jauch wegen Werbung für ausländische Online-Apotheken
Carmine WeißApotheker attackiert Günther Jauch wegen Werbung für ausländische Online-Apotheken
Ein deutscher Apothekeninhaber hat den TV-Moderator Günther Jauch öffentlich dafür kritisiert, ausländische Online-Apotheken zu bewerben. Gernot Pohl, Betreiber der Marien-Apotheke in Saal an der Donau, wirft diesen Diensten vor, lokale Unternehmen und das deutsche Gesundheitssystem zu schädigen. Er hat Jauch sogar eingeladen, sich vor Ort ein Bild von den täglichen Herausforderungen zu machen, denen sich Apotheker vor Ort stellen müssen.
Pohl argumentiert, dass im Ausland ansässige Online-Apotheken dem deutschen Wirtschaftskreislauf Einnahmen entzögen. Das für Rezeptmedikamente ausgegebene Geld komme weder dem lokalen Steuersystem noch der regionalen Entwicklung oder Infrastruktur zugute. Stattdessen blieben die traditionellen Apotheken auf sich gestellt, wenn es um komplexe Fälle, Arzneimittelengpässe oder Patienten geht, die eine intensive Beratung benötigen.
In einer Videobotschaft lud Pohl Jauch öffentlich ein, einen Tag in der Marien-Apotheke mitzuarbeiten. Er stellte infrage, ob der Fernsehmoderator sich der Auswirkungen seiner Werbung auf den deutschen Apothekensektor überhaupt bewusst sei. Die Reaktion seiner Kollegen auf Pohls Video war durchweg positiv und unterstützend.
Pohl äußerte zudem Frust über die Abgabe von Dauerrezepten im Ausland. Die Situation sei demotivierend für lokale Apotheker, die ohnehin schon mit Preispolitik, verzögerten Erstattungen und übermäßiger Bürokratie kämpften. Hinzu komme ein Fachkräftemangel, der immer mehr Apotheken an den Rand der Schließung treibe. Pohl prognostiziert, dass bis 2025 weitere 500 deutsche Apotheken endgültig schließen müssten, sollten sich die aktuellen Trends fortsetzen.
Seine Kritik kommt zu einer Zeit, in der sich viele in der Branche von Prominenten im Stich gelassen fühlen, die ausländische Alternativen bewerben. Kollegen loben Pohls Engagement, das Problem ins öffentliche Bewusstsein zu rücken – doch die Zukunft der lokalen Apotheken bleibt ungewiss.
Der Streit verdeutlicht die wachsenden Spannungen zwischen Online-Apothekendiensten und traditionellen Vor-Ort-Betrieben. Angesichts finanzieller Belastungen, Personalmangels und regulatorischer Hürden steht die Zukunft vieler deutscher Apotheken auf dem Spiel. Pohls Appell zielt darauf ab, eine breitere Debatte über das Überleben des Sektors anzustoßen.






