26 March 2026, 18:12

Antisemitismus-Vorwurf auf der documenta 15: Prozess um umstrittenes Banner geht weiter

Eine Papiertusche mit einer Darstellung einer Menge von Menschen, die Schilder mit Text halten, betitelt "Prozession zum Hustings nach einem erfolgreichen Canvas".

Antisemitismus-Vorwurf auf der documenta 15: Prozess um umstrittenes Banner geht weiter

Der Rechtsstreit um ein mutmaßlich antisemitisches Kunstwerk auf der documenta 15 dauert an, nachdem die Veranstalter ein Vergleichsangebot abgelehnt haben. Im Mittelpunkt des Falls steht ein acht mal zwölf Meter großes Banner des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi, das mit der Darstellung eines Schweinekopfes in einem Mossad-Helm für Empörung sorgte. Die Jüdin Bernadette Gottschalk klagt auf 1.500 Euro Schadensersatz.

Die Kontroverse begann, als die documenta 15 das Banner zunächst ausstellte, es später jedoch vollständig entfernte. Die als antisemitisch weitläufig verurteilte Darstellung führte zum Rücktritt der damaligen Generaldirektorin des Festivals, Sabine Schormann. Taring Padi entschuldigte sich später für die in Deutschland verursachte Verärgerung.

Gottschalk schlug vor, ihre Klage fallen zu lassen, falls die documenta 15 öffentlich Bedauern äußere und 250 Euro an eine jüdische Organisation spende. Die Veranstalter lehnten dies jedoch ab und bestehen stattdessen auf eine gerichtliche Entscheidung. Der Prozess wird nun am 15. April vor dem Landgericht Kassel fortgesetzt.

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Deutsche Gerichte haben in ähnlichen Fällen oft die künstlerische Freiheit betont, wobei Präzedenzfälle jedoch eher Hassrede und Diskriminierung als spezifisch Kunstwerke behandeln. Das Urteil in diesem Verfahren könnte einen neuen Maßstab für die Abwägung zwischen Meinungsfreiheit und dem Schutz vor Antisemitismus setzen.

Da keine Einigung erzielt wurde, muss das Gericht nun entscheiden, ob das Kunstwerk als Diskriminierung zu werten ist oder unter den Schutz der künstlerischen Freiheit fällt. Die Entscheidung könnte beeinflussen, wie künftig mit umstrittenen Kunstwerken in Deutschland umgegangen wird. Die nächste Verhandlung ist für den 15. April angesetzt.

Quelle