13 June 2026, 16:06

Angélica Liddells radikale Performance über Mishimas Tod und die Faszination des Sterbens

Wien-Festival: Ritualisierte Todesekstase

Angélica Liddells radikale Performance über Mishimas Tod und die Faszination des Sterbens

Angélica Liddell hat bei den Wiener Festwochen ihre neueste Performance, Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben, uraufgeführt. Die Inszenierung ist inspiriert von ihren eigenen Erlebnissen – sie war in diesem Jahr in Madrid Zeugin des Suizids einer Frau. Das Stück taucht tief ein in das Leben und den Tod jener, die sich bewusst für den Freitod entschieden haben.

Die zweistündige Produktion steht im Zeichen von Yukio Mishima, dem japanischen Schriftsteller, der 1970 rituellen Suizid beging. Liddell inszeniert Mishimas Tod auf der Bühne neu und verbindet dabei Elemente des Nō-Theaters mit drastischer Performance-Kunst. Gleichzeitig ruft sie das Leid anderer hervor, die sich das Leben nahmen, und verflicht ihre Schicksale mit Mishimas Ende.

Im Rahmen der Aufführung lassen sich Liddell und eine weitere Performerin Blut abnehmen, das sie auf der Bühne vermischen. Um sich noch tiefer in das Leben der Verstorbenen hineinzuversetzen, trägt sie deren Kleidung. Die Produktion enthält eine Rechtfertigung des Suizids, durchzogen von Momenten schwarzem Humor.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Einige Zuschauer empfinden die Performance mitunter als langatmig. Dennoch bleibt sie eine kühne Auseinandersetzung mit Sterblichkeit, Ritual und der persönlichen Verbindung zu den Toten.

Die Uraufführung fand im Rahmen eines großen europäischen Festivals statt. Liddells intensive und persönliche Herangehensweise an das Thema Suizid hat bereits Diskussionen ausgelöst. Durch die Verwendung von echtem Blut und persönlichen Hinterlassenschaften hinterlässt das Stück einen bleibenden Eindruck.

Quelle