30 April 2026, 14:18

Abschied von Anja Reich-Osang entfacht Medienstreit um Berliner Zeitung

Zeitung mit dem Text "Demokratische Presse: Eine Wochenzeitung" auf schwarzem Hintergrund.

Abschied von Anja Reich-Osang entfacht Medienstreit um Berliner Zeitung

Anja Reich-Osang, die langjährige Chefreporterin der Berliner Zeitung, hat die Redaktion nach drei Jahrzehnten verlassen. Ihr Abschied löste öffentliche Kritik an der politischen Ausrichtung der Zeitung aus und provozierte eine scharfe Reaktion des Verlagsleiters Holger Friedrich.

Friedrich, der die Zeitung seit über sechs Jahren führt, bezeichnete die Personalentscheidung als routinemäßigen Wechsel, verurteilte jedoch gleichzeitig die seiner Meinung nach "unobjektive" und "erfundene" Berichterstattung über den Fall. Auslöser der Kontroverse war eine Kritik des Medienkommentators Franz Sommerfeld an der redaktionellen Linie der Berliner Zeitung nach Reich-Osangs Ausscheiden. Friedrich ging später in einem persönlichen Artikel auf die Vorwürfe ein, nannte Sommerfeld jedoch nicht als Urheber der Kritik.

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Zudem wies Friedrich Behauptungen über Reich-Osangs Anstellung als "gefährlich" für die Belegschaft des Verlags zurück. Er warf dem Medienfachblatt kress vor, unobjektiv und mit Falschbehauptungen berichtet zu haben. Der Verleger, der sich in der Vergangenheit bereits intern zu Mängeln im Medienprofessionalismus geäußert hatte, verteidigte sein Vorgehen in der Angelegenheit.

Reich-Osangs Abschied markiert das Ende einer 30-jährigen Karriere bei der Zeitung. Der Autor des ursprünglichen Artikels, ein Journalist mit 20 Jahren Erfahrung, betonte die Bedeutung ihres Weggangs vor dem Hintergrund der sich wandelnden politischen Haltung des Blattes. Friedrichs Rechtfertigung der Entscheidung und seine Kritik an der Medienberichterstattung halten die Debatte weiter am Leben. Reich-Osangs Ausscheiden bleibt ein Diskussionspunkt – insbesondere mit Blick auf die künftige Ausrichtung der Zeitung. Der Streit wirft zudem ein Schlaglicht auf die anhaltenden Spannungen zwischen redaktioneller Unabhängigkeit und öffentlicher Wahrnehmung in den deutschen Medien.

Quelle