Wilderei in Hessen: 1.395 Fälle und nur wenige Aufklärungen seit 2015
Esther SchülerWilderei in Hessen: 1.395 Fälle und nur wenige Aufklärungen seit 2015
Wilderei bleibt in Hessen ein hartnäckiges Problem
In Hessen hält die illegale Jagd und Fischerei seit Jahren an. Zwischen 2015 und 2021 registrierten die Behörden 1.395 Fälle von Wilderei – seither kamen Hunderte weitere hinzu. Betroffen sind sowohl Wildtiere als auch Fische, wobei Jäger und die Bevölkerung eine zentrale Rolle bei der Meldung von Verstößen spielen.
Laut offiziellen Aufzeichnungen gab es in Hessen 416 Fälle von Wildwilderei und 979 Fälle von Fischwilderei. Von den Verstößen im Bereich Wild konnten 125 aufgeklärt werden. Die Gesamtzahl der getöteten Tiere belief sich in diesem Zeitraum auf 774.
Wilderei gilt als Straftat und verstößt häufig gegen Artenschutz- und Tierschutzgesetze. Allerdings erfassen die bundesweiten Kriminalstatistiken nicht systematisch, ob Verdächtige im Besitz von Waffen- oder Jagdscheinen sind. Diese Lücke erschwert die Ermittlungen.
Die Behörden sind stark auf Hinweise von Jägern und der Bevölkerung angewiesen, um Wilderer zu identifizieren und zu verfolgen. Die wirksamste Abschreckung bleibt die sichtbare Präsenz lizenzierter Jäger in ihren zugewiesenen Revieren. In besonders schweren Fällen verhängten Gerichte Geldstrafen und sogar Haftstrafen. Zwölf schwere Verstöße führten zu Anklagen nach § 324 StGB, die zu 45.000 Euro Geldstrafe und zwei Freiheitsstrafen von sechs und neun Monaten führten.
Die Zahlen zeigen, dass der Schutz der Wildtiere in Hessen weiterhin eine Herausforderung darstellt. Da nur ein Bruchteil der Fälle aufgeklärt wird, hängt die Bekämpfung der Wilderei von der Zusammenarbeit zwischen Behörden, Jägern und der Bevölkerung ab. Strengere Dokumentationspflichten und eine wachsame Öffentlichkeit könnten helfen, die Auswirkungen auf die heimischen Ökosysteme zu verringern.






