Wiesbaden enthüllt alarmierende Ergebnisse zur LGBTQ+-Sicherheit in der Stadt
Tilly HörleWiesbaden enthüllt alarmierende Ergebnisse zur LGBTQ+-Sicherheit in der Stadt
Wiesbaden veröffentlicht Ergebnisse der ersten Umfrage zu LGBTQ+-Sicherheit und Erfahrungen in der Stadt
Über 200 Personen haben an der ersten repräsentativen Erhebung Wiesbadens zu Sicherheit und Alltagserfahrungen von LGBTQ+-Menschen teilgenommen. Die Ergebnisse zeigen sowohl Fortschritte als auch anhaltende Herausforderungen auf – und unterstreichen den Bedarf an besseren Schutzmaßnahmen und klareren Meldewegen für Hasskriminalität.
Wie die Umfrage ergab, fühlen sich viele LGBTQ+-Bürger:innen in der Öffentlichkeit bei Tageslicht sicher. Doch mit Einbruch der Dunkelheit sinkt das Sicherheitsgefühl deutlich, besonders in der Innenstadt, im Westend-Viertel und auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs. Zudem berichteten Teilnehmende häufig von verbalen Beleidigungen, Drohungen sowie körperlicher und sexualisierter Gewalt.
Die meisten Betroffenen von LGBTQ+-feindlichen Übergriffen erstatten jedoch keine Anzeige. Unklarheiten über das Procedere und die Angst, nicht ernst genommen zu werden, halten viele davon ab, sich an die Behörden zu wenden. Gleichzeitig lobten die Befragten die bestehenden Unterstützungsangebote der Stadt für die Community.
Bürgermeisterin Christiane Hinninger bezeichnete die Ergebnisse als "besorgniserregend, aber handlungsleitend". Sie kündigte gezielte Maßnahmen an, um die Sicherheit zu erhöhen und das Vertrauen in die Polizei zu stärken. Parallel dazu gab das Polizeipäsidium Westhessen bekannt, künftig konsequenter gegen Hassverbrechen vorzugehen – unter anderem durch die Benennung spezieller Ansprechpartner:innen, die Opfer begleiten und eine fachgerechte Bearbeitung der Fälle sicherstellen sollen.
Die Umfrage markiert einen ersten Schritt, um die Sicherheit von LGBTQ+-Menschen in Wiesbaden systematisch zu verbessern. Aktuell werden neue Maßnahmen entwickelt, darunter spezialisierte Polizeihilfe und transparente Meldewege. Die Stadtverwaltung will die Rückmeldungen in konkrete Verbesserungen für die Community umsetzen.






