Vom Kirchenverbot zum Feiertag: Die erstaunliche Geschichte der Weihnachtskrippe
Tilly HörleVom Kirchenverbot zum Feiertag: Die erstaunliche Geschichte der Weihnachtskrippe
Weihnachtskrippe: Eine jahrhundertealte Tradition mit eigenem Feiertag in Deutschland
Weihnachtskrippe gehören seit Jahrhunderten zu den Weihnachtsbräuchen – mit Wurzeln, die bis ins frühe Christentum zurückreichen. Was einst als schlichte Darstellungen der Geburt Jesu begann, hat sich zu einer aufwendigen Tradition entwickelt, die in Deutschland sogar einen eigenen Feiertag hat.
Die ersten Krippendarstellungen tauchten im 16. Jahrhundert in Italien auf. Anfangs zeigten sie nur das Jesuskind, einen Ochsen und einen Esel. Im frühen 17. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch nach Bayern, wo Kirchen begannen, eigene Krippen aufzustellen.
Mit der Zeit wurden die Darstellungen immer detailreicher. Erst im späten 18. Jahrhundert kamen weitere Figuren wie Maria, Josef und Hirten hinzu. Doch die Säkularisation im Jahr 1802 führte zu einem Verbot von Weihnachtskrippe in Kirchen – die Tradition verlegte sich daraufhin in private Haushalte.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ermöglichte die Massenproduktion erschwinglicher Krippenfiguren auch weniger begüterten Familien den Zugang zu diesem Brauch. Um die Kunst handgefertigter Krippen zu bewahren, entstanden später Krippenbauvereine. Heute wird die Tradition jährlich am 7. Dezember als Nationaler Tag der Weihnachtskrippe in Deutschland gefeiert – ein Feiertag, der von Sven Giese, dem Gründer des Kalenders der kuriosen Feiertage aus aller Welt, ins Leben gerufen wurde.
Von bescheidenen Anfängen zu einem anerkannten Feiertag: Weihnachtskrippe bleiben ein zentraler Bestandteil der Weihnachtskultur. Der Wandel von den Kirchen in die Wohnzimmer und die Verfügbarkeit günstiger Figuren sicherten das Fortbestehen des Brauchs. Heute halten Vereine und spezielle Veranstaltungen die Handwerkskunst für kommende Generationen lebendig.






