Tegut verschwindet: Edeka übernimmt 200 Filialen – doch das Kartellamt könnte blockieren
Esther SchülerAldi Nord ebenfalls interessiert an einigen Tegut-Filialen - Tegut verschwindet: Edeka übernimmt 200 Filialen – doch das Kartellamt könnte blockieren
Deutsche Supermarktkette Tegut steht vor tiefgreifenden Veränderungen, da ihr Eigentümer, der Schweizer Handelskonzern Migros, sich aus Deutschland zurückzieht. Der Konzern plant, rund 200 Filialen an Edeka zu verkaufen – mit der Folge, dass die Marke Tegut nach Abschluss des Deals voraussichtlich vom Markt verschwinden wird. Auch andere große Händler wie Aldi Nord und Rewe zeigen Interesse an Teilen der Kette.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer bereits stark konzentrierten Lebensmitteleinzelhandelsbranche in Deutschland, in der nur vier Unternehmen den Markt dominieren.
Migros hat seinen Rückzug aus Deutschland bekannt gegeben und damit etwa 340 Tegut-Filialen zum Verkauf gestellt. Die Kette ist in mehreren Bundesländern vertreten, wobei unklar bleibt, wie viele Standorte außerhalb Hessens betroffen sind. Edeka soll den größten Teil übernehmen – rund 200 Filialen –, wobei der Name Tegut nach Abschluss der Transaktion voraussichtlich entfällt.
Unterdessen verhandelt Rewe über die Übernahme des zweitgrößten Filialpakets. Auch Aldi Nord hat Interesse signalisiert und prüft den Kauf von weniger als zehn Standorten. Die möglichen Deals stehen jedoch unter Beobachtung der Wettbewerbsbehörden, da der Markt bereits von Edeka, Rewe, Aldi und der Schwarz Gruppe dominiert wird.
Rupert Podszun, Experte für Kartellrecht, warnt, dass das Bundeskartellamt eingreifen könnte. Angesichts der wachsenden Macht großer Handelsketten sei mit einer strengen Prüfung zu rechnen. Sollten die Behörden zu dem Schluss kommen, dass die Übernahmen den Wettbewerb weiter einschränken, könnten Teile der Deals blockiert werden.
Der Verkauf der Tegut-Filialen markiert einen epochalen Wandel in der deutschen Lebensmittelbranche. Falls die Transaktionen genehmigt werden, würde sich die Marktkonzentration bei den größten Ketten noch weiter verstärken. Nun liegt es an den Aufsichtsbehörden, zu entscheiden, ob die Geschäfte mit den Wettbewerbsregeln vereinbar sind.