19 April 2026, 04:10

Straßennamen in NRW: Warum Kardinal Jaeger immer mehr Städte in Erklärungsnot bringt

Schwarzes und weißes Foto einer Stadtstraße mit St. Peter Kirche im Hintergrund, gesäumt von Gebäuden, Bäumen, Fahrzeugen und einigen Fußgängern.

Straßennamen in NRW: Warum Kardinal Jaeger immer mehr Städte in Erklärungsnot bringt

In Nordrhein-Westfalen mehren sich die Forderungen, Straßen zu umbenennen, die nach Kardinal Lorenz Jaeger benannt sind. Lokale Politiker in Arnsberg, Werl und Wenden setzen sich für Änderungen ein, nachdem aktuelle Studien Jaeger mit Vertuschungen von Missbrauchsvorwürfen in Verbindung bringen. Der ehemalige Erzbischof leitete das Erzbistum Paderborn über drei Jahrzehnte lang bis zu seinem Rücktritt 1973.

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In Arnsberg haben SPD und CDU gemeinsam die Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße im Stadtteil Neheim gefordert. In ihrer Begründung verweisen sie auf dokumentierte Fehlverhalten Jaegers im Umgang mit Missbrauchsfällen. Eine öffentliche Versammlung am 20. April soll den Anwohnern die Möglichkeit geben, neue Namensvorschläge einzubringen.

In Werl hat der Stadtrat bereits die Bevölkerung zur Umbenennung der dortigen Kardinal-Jaeger-Straße konsultiert. Ähnliche Diskussionen laufen in Wenden. Beide Kommunen planen, im Mai über das Thema abzustimmen.

Der Vorstoß folgt auf einen Bericht vom März, der Jaeger und seinen Nachfolger, Erzbischof Degenhardt, in die Vertuschung von Missbrauch verwickelt sieht. Olpe war bereits früher aktiv geworden und hatte 2023 nach Prüfung derselben Erkenntnisse sein katholisches Jugendzentrum umbenannt.

Sollten die Umbenennungen beschlossen werden, würde Jaegers Name aus dem öffentlichen Raum mehrerer Städte verschwinden. Die endgültigen Entscheidungen liegen bei den Kommunalparlamenten, nachdem die Meinungen der Bürger eingeholt wurden. Die Initiativen spiegeln die breiten Bemühungen wider, die historische Aufarbeitung von Missbrauch in der katholischen Kirche voranzutreiben.

Quelle