"Scientology-Speedrun"-Trend: Warum Jugendliche in Berlin Sekten-Zentren stürmen
Esther Schüler"Scientology-Speedrun"-Trend: Warum Jugendliche in Berlin Sekten-Zentren stürmen
TikTok-Trend „Scientology-Speedrun“ erreicht Deutschland
In Deutschland macht derzeit ein TikTok-Trend die Runde, der sich Scientology-Speedrun nennt. Dabei stürmen Teilnehmer in Scientology-Zentren, behandeln die Etagen wie Level in einem Videospiel und weichen Sicherheitskräften aus. Der erste dokumentierte Versuch dieser Art fand in einer Berliner Kirche statt – bis die Polizei einschritt.
Der Trend stammt aus den USA, wo Jugendliche in Scientology-Gebäude stürmen, um zu testen, wie weit sie kommen, bevor sie gestoppt werden. Sicherheitskräfte werden dabei wie Hindernisse behandelt – ähnlich nicht spielbaren Charakteren in einem Computerspiel. Einige US-Standorte haben inzwischen ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft.
Am 12. Juni erreichte die Challenge Deutschland: Im Scientology-Zentrum an der Otto-Suhr-Allee in Charlottenburg versammelten sich die ersten Teilnehmer. Eine Berliner Bloggerin, bekannt als @larahertha, hatte die Aktion organisiert. Die Polizei rückte an, es gab jedoch keine Festnahmen.
Scientology, das in Deutschland etwa 3.600 Mitglieder zählt, strebt danach, seine Lehren zu verbreiten und einen „Clear“ zu erschaffen – einen Menschen, den die Organisation durch ihre Methoden als „vollendet“ bezeichnet. Hausfriedensbruch ist in solchen Fällen nach deutschem Recht strafbar und kann mit Geldstrafen oder bis zu einem Jahr Haft geahndet werden.
Trotz der Risiken planen Nutzer in sozialen Medien bereits den nächsten Coup: den Bundestag. Die deutschen Behörden haben sich bisher nicht zu weiteren Maßnahmen gegen den Trend geäußert. Das Scientology-Zentrum in Charlottenburg bleibt vorerst in Betrieb, doch die Aktion wirft Fragen nach Nachahmungstaten auf. Hausfriedensbruch bleibt strafbar – unabhängig von der Online-Popularität der Challenge.






