19 June 2026, 10:08

Schufa-Scoring vor Gericht: Wird die DSGVO-Klage die Bonitätsbewertung revolutionieren?

Schufa vor Gericht: Ein veralteter Streit - Mit Konsequenzen für die Zukunft der KI

Schufa-Scoring vor Gericht: Wird die DSGVO-Klage die Bonitätsbewertung revolutionieren?

Ein Rechtsstreit über die Transparenz des Schufa-Scoring-Systems läuft derzeit auf Hochtouren. Fünf Privatpersonen haben das Unternehmen verklagt und argumentieren, dass die Offenlegung der Berechnungsgrundlagen für die Bonitätsbewertung den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nicht genügt.

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Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, ob die aktuelle Datentransparenz der Schufa den DSGVO-Standards für automatisierte Entscheidungsfindung entspricht. Das Bundesgerichtshof in Karlsruhe muss nun entscheiden, wie detailliert die an Verbraucher:innen übermittelten Datensätze sein müssen.

Im März 2023 führte die Schufa ein neues Scoring-Modell ein, das auf einer standardisierten Skala von 100 bis 999 basiert. Dieses Modell nutzt zwölf klar definierte Kriterien und ersetzt ein älteres, komplexeres System. Die Schufa behauptet, bereits alle gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, und betont, dass ihr aktualisiertes Modell künftige Standards übertreffe, indem es jeden Faktor und dessen Gewichtung offengelegt.

Ab November 2026 tritt ein neues rechtliches Rahmenwerk für solche „materiellen Scoring-Systeme“ in Kraft. Die Schufa plant, ihr altes Modell bis Ende 2028 vollständig durch das neue zu ersetzen.

Das Urteil des Gerichts könnte richtungsweisend für die Transparenz datenbasierter Bewertungen werden. Es wird die Pflichten nach der DSGVO für automatisierte Entscheidungsprozesse präzisieren und die künftige Ausgestaltung solcher Systeme maßgeblich beeinflussen.

Quelle