Salzgitter lehnt Tiny Houses ab – trotz Vorteilen für Senioren und Wohnungsmarkt
Carmine WeißSalzgitter lehnt Tiny Houses ab – trotz Vorteilen für Senioren und Wohnungsmarkt
Ein Antrag zur Einführung von Tiny Houses in Salzgitter wurde diese Woche vom Stadtrat mit großer Mehrheit abgelehnt. Der von der DiBo-Fraktion eingebrachte Vorschlag zielte darauf ab, klarere Bauvorschriften für die kompakten Wohnformen zu schaffen. Befürworter argumentierten, das Vorhaben würde älteren Bürgern den Umzug in kleinere Wohnungen erleichtern und den Wohnungsdruck verringern.
Die DiBo-Ratsfraktion, angeführt von den ehemaligen AfD-Politikern Thomas Disselhof und Jörg Bogun, hatte den Antrag vor der Sitzung am Mittwoch eingereicht. Ihr Konzept sah vor, Tiny Houses in bestehende und künftige Bebauungspläne zu integrieren – verbunden mit strengen Bau- und Aufstellungsrichtlinien. Betont wurde, dass diese oft barrierefreien Häuser Senioren eine bezahlbare und praktische Alternative zu teuren Gebäudesanierungen bieten könnten.
Die Fraktion verwies zudem darauf, dass ältere Bewohner größere Immobilien an junge Familien verkaufen könnten, wodurch der Bedarf an kostspieligen Pflegeeinrichtungen sinken würde. Trotz dieser Argumente stimmte der Rat mit deutlicher Mehrheit gegen den Antrag – nur zwei Mitglieder unterstützten ihn.
Die Ablehnung bedeutet, dass Tiny Houses vorerst nicht offiziell in die Bauleitplanung Salzgitters aufgenommen werden. Die DiBo-Fraktion hatte sie als Lösung für altersgerechtes Wohnen und flexible Wohnkonzepte beworben. Mit der Entscheidung des Rates bleibt die städtische Haltung zu kompaktem Wohnen unverändert.






