Rheinmetall verkauft zivile Power-Systems-Sparte für 350 Millionen Euro an AEQUITA
Esther SchülerRheinmetall verkauft zivile Power-Systems-Sparte für 350 Millionen Euro an AEQUITA
Rheinmetall verkauft zivile Sparte Power Systems für vorläufig 350 Millionen Euro an AEQUITA
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat sich mit der Investmentfirma AEQUITA auf den Verkauf seiner zivilen Division Power Systems für vorläufig 350 Millionen Euro geeinigt. Der Schritt markiert eine bedeutende strategische Neuausrichtung des Unternehmens hin zur Produktion von Militärtechnik. Die Transaktion soll voraussichtlich Ende 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen und finaler Anpassungen.
Die Sparte, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro erwirtschaftete, umfasst bekannte Marken wie Pierburg, Kolbenschmidt und Motorservice. Unter der neuen Eigentümerschaft von AEQUITA werden diese Geschäftsbereiche ihre bisherigen Namen behalten und wie bisher weitergeführt. Alle 6.250 Mitarbeiter der betroffenen Unternehmen wechseln zum neuen Eigentümer.
Nicht alle Vermögenswerte sind Teil des Verkaufs: Rheinmetall behält die Dermalog SensorTec sowie das spanische Werk Pierburg S.A. in Abadiano und wird beide in die militärische Produktion überführen. Drei deutsche Standorte des Joint Ventures KS Huayu AluTech verbleiben ebenfalls bei Rheinmetall.
Die Vereinbarung passt zu Rheinmetalls langfristiger Strategie, sich nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine stärker auf den Verteidigungssektor zu konzentrieren. Unternehmenschef Armin Papperger bezeichnete den Deal als „historischen Meilenstein“. AEQUITA-Vorstandsvorsitzender und Co-CEO Axel Geuer betonte unterdessen die Bedeutung der Übernahme und prognostizierte, dass der Umsatz im Automobilbereich des Investmenthauses dadurch auf etwa fünf Milliarden Euro steigen werde.
Der Abschluss der Transaktion ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen, sofern die endgültigen Genehmigungen vorliegen. Nach Vollzug übernimmt AEQUITA den operativen Betrieb der Sparte, während Rheinmetall seinen Fokus auf Rüstungstechnologie weiter schärft. Der Verkauf unterstreicht die anhaltende Transformation des Konzerns angesichts der global wachsenden Nachfrage nach Verteidigungslösungen.






