RAW-Gelände in Berlin: Subkultur droht das Aus nach gescheiterten Verhandlungen
Esther SchülerRAW-Gelände in Berlin: Subkultur droht das Aus nach gescheiterten Verhandlungen
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes bleibt nach Jahren zäher, ergebnisloser Verhandlungen ungewiss. Die Kurth Group, seit 2015 Eigentümerin des Areals, hat den Planungsprozess nun für gescheitert erklärt – und lässt damit die subculturellen Projekte des Geländes in der Schwebe. Noch am vergangenen Wochenende war das Gelände lebendig: Bei einer öffentlichen Fußball-Übertragung und anderen Veranstaltungen herrschte reger Betrieb.
Die Kurth Group hatte das RAW-Gelände 2015 erworben, scheiterte jedoch seitdem daran, Entwicklungspläne mit dem Erhalt des kulturellen Charakters in Einklang zu bringen. 2022 einigte man sich zwar darauf, 70 Projekte durch niedrige Mieten für 30 Jahre zu sichern – doch 2024 zog sich die Gruppe aus den Gesprächen zurück. Verhandlungen mit dem Bezirk hatten bereits im Vorjahr begonnen, ein für Mai erwarteter Durchbruch blieb jedoch aus.
Nun besteht der Investor darauf, ohne die Zusammenarbeit des Bezirks und einen finalen Plan nicht weiter voranschreiten zu können. Die Kurth Group favorisiert den Bau von Wohnraum – was das Ende des RAW-Geländes in seiner heutigen Form bedeuten könnte. Zudem wirft das Unternehmen dem Bezirk vor, ein im Mai vorgelegter Rahmenvertrag habe frühere Absprachen unterlaufen und einseitig die Interessen Berlins bedient.
Mehrere Projekte, darunter der Club Cassiopeia, wurden aufgefordert, das Gelände innerhalb weniger Wochen zu räumen. Florian Falkenhagen, Geschäftsführer der Cassiopeia, erhielt mündlich die Mitteilung, sein Veranstaltungsort müsse bis Ende des Monats geräumt werden.
Nach fast elf Jahren Verhandlungen ist die Zukunft des RAW-Geländes weiterhin offen. Die Hinwendung des Eigentümers zu Wohnungsbauprojekten gefährdet die bisherige Prägung des Areals. Ohne eine neue Einigung könnten viele langjährige Projekte bald gezwungen sein, einen neuen Standort zu suchen.






