Prien will Alkoholkonsum für 14- und 15-Jährige komplett verbieten
Bundesfamilienministerin Karin Prien hat ein Verbot des "kontrollierten Alkoholkonsums" für 14- und 15-Jährige vorgeschlagen. Der Plan sieht die Streichung einer Ausnahmeklausel vor, die Jugendlichen dieser Altersgruppe bisher erlaubte, in Begleitung ihrer Eltern Bier, Wein oder Sekt zu trinken. Die Änderung ist Teil einer umfassenden Reform des Kinder- und Jugendhilferechts.
Der Vorschlag ist in einem Entwurf zur Novellierung des Jugendschutzgesetzes enthalten. Bisher gestattet das Gesetz Kindern ab 14 Jahren, alkoholarme Getränke wie Bier oder Wein in Gegenwart eines Elternteils oder Erziehungsberechtigten zu kaufen und zu konsumieren. Das Ministerium begründet die Verschärfung nun mit der Notwendigkeit, "Alltagssüchte" unter Jugendlichen stärker einzudämmen.
Im Entwurf wird betont, wie wichtig präventive Maßnahmen gegen das wachsende Suchtrisiko sind. Die Reform spiegle die dringende Notwendigkeit wider, den Substanzmissbrauch bei jungen Menschen konsequenter zu bekämpfen. Bevor der Gesetzentwurf weiterverfolgt wird, steht er noch zur Diskussion mit beteiligten Akteuren.
Die Bundesregierung strebt an, das Gesetz noch in diesem Jahr zu verabschieden. Die Änderung ist Teil eines größeren Reformpakets, das die Kinder- und Jugendhilfe modernisieren soll.
Falls der Entwurf verabschiedet wird, entfällt die elterliche Aufsicht als rechtliche Grundlage für den Alkoholkonsum Minderjähriger. Das Verbot würde für alle 14- und 15-Jährigen gelten und ihnen den bisherigen Zugang zu Bier, Wein und Sekt nehmen. Das Ministerium erwartet, dass die Neuregelung den Schutz vor frühem Alkoholkonsum deutlich stärken wird.






