Offenbachs Sozialkaufhaus Luise 34 schließt nach 17 Jahren sozialem Engagement
Hilma PergandeOffenbachs Sozialkaufhaus Luise 34 schließt nach 17 Jahren sozialem Engagement
Nach 17 Jahren Engagement für die Gemeinschaft wird das Sozialkaufhaus Luise 34 in Offenbach Ende 2024 endgültig seine Türen schließen. Die Schließung folgt auf Jahre finanzieller Belastungen, da sinkende Umsätze und Kürzungen staatlicher Arbeitsförderprogramme den Betrieb unrentabel machten. Betrieben von der CariJob gemeinnützige GmbH, war das Kaufhaus bekannt für günstige Möbel und seine Unterstützung von Langzeitarbeitslosen bei der Rückkehr in den Arbeitsmarkt.
Das Geschäftsmodell des Ladens basierte auf den Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung (AGH), einem staatlichen Programm, das Arbeitsplätze für Arbeitssuchende bereitstellte. Im Laufe der Jahre wurden jedoch immer weniger AGH-Stellen vergeben, was die finanzielle Grundlage des Projekts schwächte. Die Geschäftsführung hatte bereits einen Rückgang der Förderung festgestellt, und weitere Kürzungen, die für 2025 erwartet wurden, ließen keine tragfähige Perspektive mehr zu.
Neben der Arbeitsmarktförderung spielte Luise 34 eine wichtige Rolle bei der Abfallvermeidung, indem es gebrauchte Möbel aufarbeitete und weiterverkaufte. Haushalte mit geringem Einkommen profitierten von den preiswerten Haushaltswaren. Trotz seines gesellschaftlichen Engagements gelang es dem Kaufhaus nicht, ausreichend Einnahmen oder Fördergelder zu sichern, um den Betrieb fortzuführen.
In einer Stellungnahme bedauerte die CariJob die Entscheidung, verwies jedoch auf die unausweichliche wirtschaftliche Realität. Die Organisation dankte langjährigen Partnern, darunter der Stadt Offenbach, dem Jobcenter MainArbeit und der Helga Moser-Kleffmann-Stiftung, für die jahrelange Zusammenarbeit. Der Mietvertrag für die Räumlichkeiten wird nicht verlängert – damit endet eine Ära für das Projekt.
Die Schließung von Luise 34 bedeutet den Verlust einer lokalen Anlaufstelle für bezahlbare Waren und berufliche Qualifizierung. Ohne AGH-Förderung und höhere Umsätze konnten die sozialen und ökologischen Leistungen des Kaufhauses nicht aufrechterhalten werden. Der letzte Betriebstag ist für Dezember 2024 vorgesehen.






