Nitrendipin-Mangel hält an: Warum Blutdruckpatienten in Deutschland leiden
Carmine WeißNitrendipin-Mangel hält an: Warum Blutdruckpatienten in Deutschland leiden
Engpässe bei Nitrendipin: Blutdruckmedikament bleibt in Deutschland Mangelware
Seit dem letzten Sommer hält in Deutschland ein Mangel an Nitrendipin an, einem weit verbreiteten Medikament zur Behandlung von Bluthochdruck. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat den Wirkstoff nun in die Liste der anhaltenden Lieferengpässe aufgenommen – ein Problem, das vor allem ältere Präparate betrifft.
Nitrendipin gehört zur Gruppe der Kalziumkanalblocker, die durch Hemmung des Kalziumeinstroms in die Zellen die Gefäße entspannen und so den Blutdruck senken. Allerdings sind diese Medikamente nicht für Patienten mit Herzinsuffizienz oder nach einem kürzlichen Herzinfarkt geeignet.
Besonders betroffen ist die 20-Milligramm-Dosierung von Nitrendipin: Beim Hersteller Aristo kommt es zu Produktionsverzögerungen, sodass mit Lieferengpässen bis Ende 2023 zu rechnen ist. Andere Unternehmen wie Ratiopharm und Aliud Pharma wollen die Auslieferung bis Ende März wiederaufnehmen, während AbZ erst ab Ende Mai lieferfähig sein wird. Auch die 10-Milligramm-Variante ist knapp – hier wird mit einer Normalisierung des Angebots zwischen Ende März und Mitte April gerechnet.
Doch das Problem beschränkt sich nicht auf Nitrendipin: Auch andere Kalziumkanalblocker wie Lercanidipin und Amlodipin sind betroffen. Die Präparate unterscheiden sich in der Einnahme – Lercanidipin vor den Mahlzeiten, Amlodipin unabhängig von der Nahrungsaufnahme und Nitrendipin nach dem Essen. Die anhaltenden Engpässe verdeutlichen die anhaltenden Herausforderungen bei der Versorgung mit essenziellen Arzneimitteln.
Für Patienten und Behandler gestaltet sich die Suche nach Alternativen zur Blutdruckregulation zunehmend schwierig. Während einige Hersteller die Lieferungen in den kommenden Wochen wieder aufnehmen wollen, ziehen sich die Verzögerungen bei anderen bis in den späten Frühling oder darüber hinaus hin. Die Situation spiegelt größere Störungen in der Produktion lang etablierter Medikamente wider.






