Migrationsforscher Knaus kritisiert deutsche Asylpolitik als unwirksam und rechtswidrig
Tilly HörleMigrationsforscher Knaus kritisiert deutsche Asylpolitik als unwirksam und rechtswidrig
Der Migrationsforscher Gerald Knaus hat sich gegen die deutsche Praxis der Zurückweisung von Asylsuchenden ausgesprochen. Er argumentiert, dass dieses Vorgehen gegen EU-Recht verstoße und kaum etwas zur Bewältigung der langfristigen Herausforderungen beitrage. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Asylanträge in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr stark zurückgegangen sind.
Die Politik, Asylbewerber an den deutschen Binnengrenzen abzuweisen, wurde erstmals 2015 von der rechtspopulistischen AfD vorgeschlagen. Knaus bezeichnet sie als eine vor allem symbolische Maßnahme, die keine wirksame Lösung darstelle. Zudem betont er, dass der aktuelle Rückgang der Asylanträge vor allem auf Entwicklungen in Syrien zurückzuführen sei und nicht auf deutsche Abschreckungspolitik.
2024 nahmen Deutschland und Österreich 80 Prozent aller in der EU unter Schutz gestellten Syrer auf. Beide Länder sind nun am stärksten von dem Rückgang der syrischen Flüchtlingszahlen betroffen. Knaus warnt, dass Zurückweisungen weder eine nachhaltige noch eine rechtlich tragfähige Antwort auf den Migrationsdruck bieten.
Knaus’ Kritik unterstreicht die rechtlichen und praktischen Zweifel an der aktuellen deutschen Linie. Angesichts sinkender Asylantragszahlen wird die Debatte über Zurückweisungen voraussichtlich weitergehen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob solche Maßnahmen dauerhafte Wirkung entfalten oder lediglich politische Signale setzen.






