05 April 2026, 00:47

Merz' Klimapolitik lässt CO₂-Preise abstürzen – Märkte reagieren mit Nervosität

Eine Liniengrafik, die die CO2-Emissionen in Deutschland im Zeitverlauf zeigt, mit begleitendem beschreibendem Text.

Merz' Klimapolitik lässt CO₂-Preise abstürzen – Märkte reagieren mit Nervosität

Bundeskanzler Friedrich Merz löst mit mutigen Energie- und Klimavorschlägen Marktturbulenzen aus Seine Forderung nach einer grundlegenden Reform des EU-Emissionshandels (ETS) ließ die CO₂-Preise um sieben Prozent einbrechen. Unterdessen bleiben die Finanzmärkte angespannt, während Anleger gemischte Signale aus den US-Inflationsdaten und geopolitischen Spannungen verarbeiten. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz warnte Merz vor einer "neuen globalen Unordnung" und einer wachsenden Kluft zwischen Europa und den USA – was die Unsicherheit in den Handelsräumen des Kontinents weiter verstärkte. Der DAX kämpfte um Aufwärtstrend und schloss gestern bei 24.915 Punkten – ein bescheidener Anstieg von 0,25 Prozent. Der Leitindex blieb damit unter der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten, da Händler die Auswirkungen der US-Inflationszahlen bewerteten. Die Teuerungsrate lag im Januar bei 2,4 Prozent, die Kerninflation bei 2,5 Prozent – beide leicht unter den Erwartungen. Die Daten ließen Anleger, insbesondere in technologielastigen Sektoren, vorsichtig agieren. Merz' Rede in Antwerpen, in der er Verzögerungen bei der CO₂-Bepreisung und eine umfassende ETS-Reform forderte, löste Schockwellen in den Kohlenstoffmärkten aus. Die Preise für CO₂-Zertifikate stürzten auf etwa 71 Euro pro Tonne ab – ein Minus von sieben Prozent. Die Reaktion in energieintensiven Branchen folgte prompt: Heidelberg Materials verlor fast zehn Prozent und notierte bei 193,15 Euro, während sich die Verunsicherung auch auf Vorreiter der Dekarbonisierung wie Zement- und Chemiehersteller ausweitete. Offizielle Stellungnahmen von Wirtschaftsverbänden stehen noch aus, doch die Handelsmuster spiegeln tiefe Besorgnis wider. Mittendrin in der Volatilität stach die Deutsche Telekom als einer der wenigen Lichtblicke hervor. Der Telekommunikationsriese legte über sechs Prozent zu, da Anleger ihn als sicheren Hafen Betrachteten. Anderswo blieb der Kryptomarkt unter Druck: Bitcoin pendelte sich bei rund 67.000 Dollar ein, während der "Fear & Greed Index" weiterhin im Bereich "extreme Angst" Verharren blieb. Der US-NATO-Botschafter Matthew Whitaker unterstützte öffentlich Merz' harte Linie in der Energiepolitik gegenüber Russland. Die Zustimmung kam, während die Äußerungen des Kanzlers auf der Münchner Sicherheitskonferenz die wachsenden transatlantischen Spannungen unterstrichen. In der kommenden Woche richtet sich der Fokus auf die Reaktionen europäischer Energieunternehmen auf die ETS-Vorschläge und mögliche Korrekturen bei Technologieaktien. Die nächsten Tage werden die Widerstandsfähigkeit der Märkte auf die Probe stellen, während Händler zwei zentrale Entwicklungen beobachten: Europäische Energieversorger könnten ihr Schweigen zu Merz' ETS-Reformen brechen, und Tech-Werte stehen vor möglichen Rücksetzern. Derweil verbleibt der DAX unter der 25.000-Punkte-Marke, die CO₂-Preise bleiben gedrückt, und dekabonisierungsrelevante Branchen bereiten sich auf weitere politische Folgen vor.

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AKTUALISIERUNG

Merz's ETS Criticisms Predate Market Shock

New analysis reveals Chancellor Merz's ETS reform calls began at the energy-intensive industries summit before the Munich Security Conference. The CO₂ price drop to 71 euros per tonne in late January marked the lowest level since August 2025. This timing underscores how his Antwerp speech crystallised earlier market anxieties into a sharp carbon price collapse.