Mainz malt sich grün – statt Bäume pflanzen, werden Häuser angestrichen
Esther SchülerMainz malt sich grün – statt Bäume pflanzen, werden Häuser angestrichen
Mainz startet ungewöhnliche "Begrünungs"-Initiative – mit Farbton statt Bäumen
Mainz setzt auf eine ungewöhnliche Strategie, um die Stadt grüner zu gestalten: Statt neue Parks anzulegen oder Bäume zu pflanzen, werden tausende Gebäude einfach grün angestrichen. Der Schritt folgt auf jahrelange stockende Pläne, den urbanen Grünanteil tatsächlich zu erhöhen. Nun setzt die Stadt auf Farbe als schnelle Lösung.
Bis Ende des Jahres sollen markante Bauwerke wie die Gebäude rund um den Mainzer Markt, das Neustadt-Viertel und das Staatstheater einen neuen Anstrich erhalten. Auch der Leichhof-Friedhof ist Teil des Projekts, während noch unklar ist, ob der Mainzer Dom folgen wird. Für die Aktion stellt die Stadt 10 Millionen Euro bereit, teilweise finanziert durch ein neues EU-Förderprogramm, das Hundertmillionen an Zuschüssen bereitstellt.
Zukünftig müssen alle Neubauten in Mainz grüne Fassaden aufweisen. Die Kehrtwende kommt nach Jahren der Debatte über mehr Umweltfreundlichkeit – doch bei klassischen Begrünungsmethoden gab es kaum Fortschritte. Aktuelle Bauprojekte wurden bereits umgestaltet, was in manchen Vierteln zu einem kahlen, unfertigen Eindruck führt.
Das Vorhaben orientiert sich an ähnlichen Programmen in Düsseldorf und Köln. Dort fördert das seit 2016 laufende DAFIB-Projekt in Düsseldorf Dach-, Fassaden- und Hofbegrünungen, während Kölns Initiative GRÜN hoch 3 bis zu 50 Prozent der Kosten für Entsiegelungen und Bepflanzungen übernimmt. Mainz geht noch einen Schritt weiter: Auch Polizeiuniformen werden wieder grün, und der lokale Fußballverein Mainz 05 wechselt zu grünen Trikots.
Der Farbwechsel markiert einen deutlichen Bruch mit Mainzer Umweltzielen der Vergangenheit. Getrieben von EU-Geldern wird die Stadt bald ein deutlich grüneres Gesicht zeigen. Ob die Maßnahme nachhaltige Effekte bringt, bleibt jedoch abzuwarten.






